Huainigg: Gedenkfeier im Parlament rückt behinderte Menschen als Opfer des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt

Initiative von ÖVP-Behindertensprecher wird umgesetzt - Huainigg bedankt sich bei Prammer und Neugebauer

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Ich freue mich, dass meine Initiative aufgegriffen wird und Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt der Gedenkfeier stehen, die am 4. Mai 2012 im Parlament stattfinden wird", sagt Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen.

Jedes Jahr findet Anfang Mai anlässlich des "Tages gegen Rassismus und Gewalt" eine Gedenksitzung im Hohen Haus statt. Dabei wird der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen 1945 gedacht. Die Gedenkfeier stellt jährlich ein anderes Thema in den Mittelpunkt -konstant ist dabei der Bezug zur NS-Zeit. 2011 wurde der Außenlager von Mauthausen gedacht, 2010 der "Mühlviertler Hasenjagd", 2009 stand die Gedenkkultur Österreichs im Mittelpunkt, 2008 waren Kinder als Opfer des Nationalsozialismus Thema bei der Gedenkveranstaltung.

"Nachdem verschiedener Opfergruppen gedacht wurde, war es mir wichtig, Österreichs Vergangenheit aus der Sicht behinderter Menschen aufzurollen und aufzuarbeiten und dabei den Bogen bis zur Gegenwart zu spannen. Anknüpfungspunkte sind dabei das Schloss Hartheim und der Wiener Spiegelgrund, also zwei Euthanasieanstalten des Deutschen Reichs, in denen behinderte und pflegebedürftige Kinder gequält und ermordet worden sind. Mit Dr. Gross gab es sogar einen Euthanasiearzt, der in der Zweiten Republik eine politische Karriere machen konnte", erklärt Huainigg.

Am Spiegelgrund in Wien war die zweitgrößte "Kinderfachabteilung" des Deutschen Reiches während der "Kinder-Euthanasie" angesiedelt. Es fanden etwa 700 bis 800 Euthanasiemorde an intellektuell behinderten Kindern statt. Federführend war der Leiter der Säuglingsabteilung, Heinrich Gross, der dafür nie rechtskräftig verurteilt wurde.

Das Schloss Hartheim im Bezirk Eferding (Oberösterreich) wurde 1940 zu einer Tötungsanstalt im Rahmen des NS-Euthanasieprogramms T4 umgebaut. Zwischen 1940 und 1944 starben hier mehr als 30.000 vorwiegend behinderte Menschen, die von den Nationalsozialisten als "lebensunwert" klassifiziert worden waren. Heute dient das Schloss als Lern- und Gedenkstätte mit einer besuchenswerten Ausstellung.

"Mir ist es ein großes Anliegen, dass bei der Gedenkfeier nicht rückwärtsgewandte Vergangenheitsbewältigung betrieben wird, sondern auch das Jetzt und Heute im Mittelpunkt steht. Es hat sich ein Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft vollzogen - weg von Almosen und Mitleid hin zu Gleichstellung, Inklusion und Selbstbestimmung. Diesen Paradigmenwechsel haben wir auch auf gesetzlicher Ebene vollzogen - zuletzt mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2008", sagt Huaingg, dem es wichtig ist, dass sich dieser Wandel in der Haltung gegenüber behindertem Leben auch bei der Gestaltung der Gedenksitzung bemerkbar macht. "Die Gedenksitzung soll von betroffenen Menschen mitgestaltet werden. Ich freue mich, dass ich gemeinsam mit Abg. Ulrike Königsberger-Ludwig bei Präsidentin Prammer und Präsident Neugebauer auf offene Ohren gestoßen bin", so der ÖVP-Behindertensprecher abschließend.
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