Erika Stubenvoll übernimmt den Vorsitz der Volkshilfe Wien

Stubenvoll:"Wir brauchen eine ganzheitliche, alle Lebensbereiche umfassende Sozialpolitik."

Wien (OTS) - Mit Prof. Erika Stubenvoll steht nach der ehemaligen Staatssekretärin, Nationalratsabgeordneten und Volksanwältin Franziska Fast wieder eine Frau an der Spitze der Volkshilfe Wien. Das wurde mit großer Mehrheit bei der Hauptversammlung am 11. Oktober 2011 im Wiener Rathaus beschlossen.

In ihrer Antrittsrede präsentierte die neue Vorsitzende ihre Arbeitschwerpunkte für die nächsten vier Jahre: "Seit beinahe 65 Jahren tritt die Volkshilfe Wien gegen Armut und soziale Ausgrenzung ein und kämpft für eine gerechtere Verteilung der Lebenschancen. Wir werden diesen Kampf in verstärktem Ausmaß fortführen.", so Stubenvoll. Um das zu gewährleisten, erweitert die Volkshilfe Wien kontinuierlich ihre Hilfsleistungen, etwa in den Bereichen Wohnungslosenhilfe und Sozialberatung.

Außerdem möchte Stubenvoll die Bezirksorganisationen der Volkshilfe weiterhin stärken, da sie für viele in Not geratene Menschen die erste Anlaufstelle sind und Soforthilfe leisten können. Zusätzlich sollen eigens ausgebildete Sozialombudsleute zum Einsatz kommen. Sie ermöglichen Betroffenen durch gezielte Information, Beratung und Weitervermittlung an die richtigen Stellen erste Schritte zur Selbsthilfe. "Diese wichtigen Aufgaben werden ausschließlich von Ehrenamtlichen übernommen. Ohne ihre Unterstützung würde unsere soziale Organisation nicht bestehen können.", ist sich Stubenvoll sicher.

Ein wichtiges Anliegen sei ihr auch die Jugendarbeit. Mit der Gründung einer eigenen Jugendinitiative, der Jungen Volkshilfe, im letzten Jahr haben junge Menschen die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren und ihre eigenen Projektideen in die Organisation einzubringen.

Antrag für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit
"All diese Maßnahmen funktionieren nicht ohne eine entsprechende politische Unterstützung.", so Stubenvoll weiter. Bei der Hauptversammlung wurde daher ein Antrag an die Bundesregierung eingebracht. Die wichtigste Forderung darin: Jeder Mensch muss aktiv am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben können. Die Volkshilfe Wien tritt für eine ganzheitliche, alle Lebensbereiche umfassende Sozialpolitik ein. Gefragt ist eine Politik der Entwicklung, die den an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen in Form von integrierten Arbeits-, Bildungs-, Kommunikations-, Betreuungs- und Beratungsangeboten echte Chancen zur Verwirklichung eines menschenwürdigen Lebens bietet.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Volkshilfe Wien ist die professionelle Betreuung und Hilfe für Menschen in hohem Alter. Diesen Menschen ein gesichertes Leben in Würde zu ermöglichen, sieht Stubenvoll auch in der Verantwortung der Politik. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen wie die Sicherung des Einkommens und flächendeckende Pflegeleistungen seien zu gewährleisten. Die Finanzierung der Pension müsse ebenso wie die Pflege gesichert sein. Deshalb sei auch der erst kürzlich geschaffene Pflegefonds so wichtig, weil damit die Grundlage für eine solidarische Pflegevorsorge bereit gestellt wird.

Auszeichnung für langjähriges soziales Engagement
Vor zwei Jahren verabschiedete sich die ehemalige Zweite Wiener Landtagspräsidentin, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin nach 26 Jahren aktivem Engagement von der Kommunalpolitik. Stubenvoll war vor allem in der Wiener Gesundheits-, Sozial- und Behindertenpolitik tätig. Die Pflegegeld- Ergänzungsleistung, der Stufenplan für Obdachlose und die Entwicklung des Betreuten Wohnens mit der Arbeitsgemeinschaft "Bürger in Not", die heute in den Fonds Soziales Wien integriert ist, gehen auf sie zurück. Ihre Arbeit begann Stubenvoll in den Breichen Kinder, Jugend und Familie.

Für ihr Engagement wurde Prof. Erika Stubenvoll mit der Julius-Tandler-Medaille in Gold und dem Großen Silbernen Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich geehrt. Die Stadt Wien verlieh ihr in diesem Jahr das große Silberne Ehrenzeichen. Sie trägt außerdem die "Franziska-Fast-Ehrenmedaille", die die Volkshilfe Wien an Persönlichkeiten verleiht, die sich über Jahrzehnte hinweg im Sozialbereich besonders verdient gemacht und hohe Sozialkompetenz bewiesen haben.

In ihrer ersten Amtshandlung als Vorsitzende überreichte sie die "Franziska-Fast-Ehrenmedaille" im Rahmen der Hauptversammlung auch an die langjährigen Funktionärinnen Bezirksrätin Helga Foitik, Maria-Helene Güll und Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin Eva-Maria Hatzl.

65 Jahre "Im Mittelpunkt der Mensch"
Im kommenden Jahr feiert die Volkshilfe Wien ihr 65-jähriges Bestehen. Sie beschäftigt derzeit mehr als 1.300 hauptamtliche und 240 ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Die Volkshilfe Wien erfüllt nicht nur humanitäre Hilfe, sondern ist auch Dienstleister im Auftrag der Gemeinde Wien für die Bereiche Pflege und Betreuung, Wohnungslosenhilfe, Delogierungsprävention, Arbeitsintegration, Flüchtlingsbetreuung sowie Kinder- und Jugendbetreuung. Zu den Aufgaben des Vereins zählen zudem noch die Sozialberatung, ein Kleiderlager für Bedürftige und Aktivitäten in den Bereichen Auslandshilfe und Jugend.

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Mag.a (FH) Christine Himmer-Penz
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