Österreich braucht Energiewende beim Heizen!

Verband Erneuerbare Energie Österreich fordert rasche Maßnahmen zur Unterstützung der Haushalte beim Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen

Wien (OTS) - "Wir brauchen eine Energiewende beim Heizen, denn ein weiteres Pushen von Öl- und Gasheizungen wird uns schneller ein enormes soziales Problem bescheren, als wir glauben!" so Josef Plank, Präsident des Verbandes Erneuerbare Energie Österreich.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurde eine Energiewende bei der Stromerzeugung eingeleitet. Doch damit ist nur ein Teil des Problems gelöst worden. Rd. 52 Prozent des Gesamtenergieverbrauches werden hierzulande für die Erzeugung von Wärme benötigt - mehr als die Hälfte davon alleine für die Beheizung von Gebäuden. Der Anteil der erneuerbaren Energie mit 33,6 Prozent im Vergleich zur Stromerzeugung (rd. 70 Prozent) ist sehr gering.

Plank weiter: "Ein rascher Ausbau der erneuerbaren Energien im Wärmebereich ist daher dringend erforderlich, denn nicht nur die Ölknappheit wird uns in Kürze zu schaffen machen, auch die Preisschübe bei Gas werden die Heizkosten für die heimischen Haushalte in einigen Jahren enorm belasten. Und Entscheidungen für Heizsysteme sind Entscheidungen für die nächsten 20 Jahre. Wer sich jetzt falsch entscheidet sitzt in der Heizkostenfalle fest - daher muss sofort etwas passieren!"

Fossile Energieträger belasten die CO2-Bilanz und damit das österreichische Budget. Österreich drohen in Kürze Strafzahlungen wegen des Verfehlens der Kyoto-Ziele. Vor allem die Umstellung der alten Heizanlagen auf erneuerbare Energien ist zum Erreichen der Klimaschutz-Ziele unbedingt nötig. Bereits heute zahlt die Republik Österreich rund 80 Mio. Euro jährlich für den Zukauf von CO2 Zertifikaten. Ab 2013 werden weitere Zahlungen in Millionenhöhe folgen, wenn Österreich sein CO2 Ziel verfehlt, was bereits jetzt sicher ist.

4-Punkte-Programm zur Unterstützung der Haushalte

Eine Energiewende im Bereich der Wärmeversorgung hin zur Nutzung erneuerbarer Energie lässt sich nicht mit Einzelmaßnahmen herbeiführen. Sie erfordert vielmehr eine umfassende politische Neuorientierung und einen langfristigen Aktionsplan.

Alexander Karner, Geschäftsführer des Verbandes Erneuerbare Energie Österreich: "Mit einem 4-Punkte-Programm bestehend aus der Einführung eines Heizungs-Schecks, der Zweckwidmung staatlicher Förderzinseinnahmen für erneuerbare Wärme, Informationskampagnen und einem Schwerpunkt "Erneuerbare Wärme" im Klima- und Energiefonds haben wir einfache und rasch umsetzbare Maßnahmen erarbeitet, mit der die Energiewende beim Heizen eingeleitet werden kann!"

Das bestehende Sanierungspaket der Bundesregierung und die Förderprogramme der Länder reichen zur Energiewende beim Heizen nicht aus. Mit der Einführung eines Heizungsschecks könnte rasch ein Förderinstrument auf Bundesebene geschaffen werden, das Förderhöhe und Förderbestimmungen für erneuerbare Wärmeanlagen deutlich verbessert und einen finanziellen Rahmen von rund 150 Mio. Euro jährlich zur Verfügung stellt.

Bei den Bürgern gibt es ein großes Informationsdefizit beim Thema Heizen. Viele wissen nicht, welche großen Energieverluste und Mehrkosten veraltete fossile Heizanlagen verursachen und welche Vorteile erneuerbare Wärme bringt. Mit breit angelegten Informationskampagnen müssen die Menschen über den Umstieg auf erneuerbare Wärme informiert werden. Selbst über die bereits bestehenden Fördermöglichkeiten gibt es viel zu wenig Information.

In Österreich werden nach wie vor beträchtliche Mengen an Erdöl und Erdgas gefördert. Die Förderunternehmen müssen der Republik dafür einen Förderzins bezahlen. Dieser ist ab einem Ölpreis von 400 Euro/t mit 14 Prozent gedeckelt, was bei einem hohen Ölpreis zu sehr hohen Gewinnen der Förderunternehmen führt. Von 2003 bis 2008 ist der Produktionswert von in Österreich gefördertem Öl und Gas um 429 Mio. Euro gestiegen. Der Förderzins aber nur um 86 Mio. Euro. Durch eine Anhebung der Deckelung könnten bei aktuellem Ölpreis zusätzliche Einnahmen von rund 150. Mio. Euro für den Staat lukriert werden, die für die Energiewende beim Heizen eingesetzt werden sollten.

Nur 7,6 Prozent (rd. 11 Mio. Euro) der Fördermittel im Klimafonds stehen derzeit für das Thema Raumwärme zur Verfügung. Durch eine Umschichtung von Mitteln soll ein Schwerpunkt im Bereich "Erneuerbare Wärme" geschaffen und der Startschuss für die Energiewende beim Heizen gegeben werden. Der Verband Erneuerbare Energie Österreich schlägt dafür einen Budgetrahmen von 37 Mio. Euro vor.

Über den Verband Erneuerbare Energie Österreich
Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) ist ein Dachverband der Spartenverbände der erneuerbaren Energie (EE) in Österreich. Der EEÖ hat das Ziel die Energieversorgung in Österreich mittelfristig auf 100 Prozent EE umzustellen. Als visionäres, innovatives und schlagkräftiges Sprachrohr zum Thema der EE will sich der EEÖ in der Politik und Wirtschaft verankern und für effizienteren und sparsamen Umgang mit Energie eintreten. Im EEÖ ist das Wissen und die Kompetenz der Spartenverbände gebündelt. Ein Fokus liegt dabei auf das Hinweisen auf die Vorteile von weniger Importabhängigkeit in der Energiewirtschaft, mehr Krisensicherheit und Autonomie in der Energieversorgung durch EE.

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Mail: karner@erneuerbare-energie.at
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