AK Studie zur Frauenförderung: Fast die Hälfte der börsenotierten Unternehmen ignoriert die gesetzliche Berichtspflicht

Die AK fordert gesetzlich verbindliche Frauenquoten für Aufsichtsräte und Strafen für säumige Unternehmen.

Wien (OTS) - AK Präsident Herbert Tumpel fordert angesichts der ernüchternden Ergebnisse einer AK Studie zur Frauenförderung "Gesetze mit Biss": "Gesetzliche Vorschriften sind wichtig, aber ohne Sanktionen führen diese nicht rasch genug zu mehr Frauen in Führungspositionen." Denn die aktuelle Studie der AK Wien zeigt Ernüchterndes: Obwohl allen 72 börsenotierten Unternehmen 2010 erstmals per Gesetz verordnet wurde, in ihren Geschäftsberichten über Maßnahmen zur Frauenförderung zu berichten, missachten 41 Prozent der börsenotierten Unternehmen die gesetzliche Vorschrift.

Die jüngste Novelle des Unternehmensgesetzbuchs schreibt ohnehin nur eine sanktionslose Berichtspflicht anstelle von klaren Zielvorgaben für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern vor. Trotzdem halten sich laut AK Wien Studie ganze 41 Prozent - also beinahe die Hälfte - der Unternehmen nicht mal an die Vorschrift, offenzulegen "welche Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Aufsichtsrat, Vorstand und in leitenden Stellungen gesetzt werden":
In 13 Prozent der Fälle wird die Bestimmung gänzlich ignoriert. Weitere 28 Prozent führen an, keine Maßnahmen zur Förderung von Frauen zu setzen. Und selbst die gesetzeskonformen Berichte über Förderungsmaßnahmen enttäuschen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht.

Frauen sind besonders in den Aufsichtsrats- und Vorstandsetagen der börsenotierten Unternehmen eklatant unterrepräsentiert. In zwei Drittel der Unternehmen sind weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat Frauen vertreten. AK Präsident Tumpel sieht da dringenden Handlungsbedarf: "Es ist empörend, dass in den Führungsetagen der österreichischen Leitunternehmen fast ausschließlich Männer sitzen. Nur ein Prozent aller Vorstandsposten und sieben Prozent der Aufsichtsratsmandate sind in weiblicher Hand. Die Unternehmen sollten auf weibliches Potenzial in der Unternehmensspitze nicht verzichten." Immerhin werden im Aufsichtsrat strategisch wichtige Entscheidungen getroffen, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.

Die AK schlägt folgende Schritte vor, um das Gesetz in ein zielführendes Instrument zur Förderung von Frauen in Führungspositionen zu wandeln: Das Aktien- und das GmbH-Gesetz sollten konkrete Maßnahmen und klare Zielvorgaben beinhalten. Die AK fordert die Einführung einer gesetzlich verankerten Frauenquote von 40 Prozent. Bei Nichteinhaltung sollten Sanktionen drohen - spürbare Strafen und ein Eintrag im Firmenbuch. Beispiele anderer Länder wie Norwegen, Frankreich oder Spanien zeigen eindeutig, dass gesetzlich verbindliche Frauenquoten wirken.

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