• 12.10.2011, 09:19:52
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Greenpeace: "Kelag muss aus Geschäft mit Atomstrom aussteigen"

Aktivisten besetzen den Eingang des Kärntner Energieunternehmens

Klagenfurt (OTS) - Fünfzehn Greenpeace Aktivisten besetzten heute
früh den Eingang der Firmenzentrale der Kärntner Elektrizitäts-AG.
"Kelag: Stopp Atomstromimporte" war auf dem achtzehn Quadratmeter
großen Transparent zu lesen, mit dem die Umweltschützer das
Eingangstor des Energieversorgers blockierten. Kein anderes
österreichisches Energieversorgungsunternehmen (EVU) hat einen so
hohen Anteil an Atomstrom in seinem Strommix. Greenpeace fordert
deshalb von der Kelag eine sofortige Beendigung dieser
Geschäftspraxis. "Während sich Kärntner Landespolitiker darin üben,
wer der bessere Anti-Atom-Kämpfer ist, importiert die Kelag in großem
Stil Atomstrom. Das muss ein Ende haben", so Greenpeace-Atomsprecher
Niklas Schinerl. "Wir fordern die Kelag dazu auf, keinen weiteren
Atomstrom mehr nach Österreich zu importieren. Aber auch die Kärntner
Landesregierung als Miteigentümer des Energieunternehmens ist
aufgerufen ihren Einfluss dahin gehend geltend zu machen", so
Schinerl weiter.

Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL2000 haben den
Strom-Mix der österreichischen Energieversorgungsunternehmen einem
Atomstrom-Check unterzogen. Das Ergebnis: Trotz der
Reaktorkatastrophe in Fukushima und der breiten Ablehnung der
österreichischen Bevölkerung gegenüber Atomstrom-Importen halten
einzelne Energieunternehmen an ihrer Atomstrom-Politik fest. Allen
voran das ehemalige Kärntner Landesunternehmen die Kelag, das den
höchsten Atomstromanteil in Österreich aufweist.

Fragwürdig war auch die Vorgehensweise des Unternehmens im Zuge der
Recherchen der Umweltschützer zum Atomstrom-Check. Die Kelag gab als
einziges der befragten Energieversorgungsunternehmen gar keine
Rückmeldung. Auch auf mehrmaliges Nachfragen der Umweltorganisationen
reagierte die Kelag nicht. Intransparenz und der große Stromanteil
unbekannter Herkunft (23 Prozent Atomkraft, 42 Prozent fossile
Energie) führten zum eindeutig letzten Platz im Ranking. "Die
aktuelle Reaktorkatastrophe in Japan hat den Menschen die
Auswirkungen der Atomkraft deutlich vor Augen geführt. Doch statt die
Kunden über ihren Strommix aufzuklären, versteckt man sich hinter
Intransparenz und Desinformation", so Schinerl. "Die Kärntner
Bevölkerung ist klar gegen den Ausbau von Krsko. Doch statt auf
Atomstromimporte zu verzichten, setzt die Kelag weiterhin ihr
Geschäft mit den Atomstrom fort und unterwandert so die Interessen
der Kärntner", so Schinerl weiter.

Während Unternehmen wir die Kärntner Kelag weiterhin Atomstrom nach
Österreich importieren, planen Staaten wie Slowenien, die Slowakei
oder Tschechien direkt an den österreichischen Grenzen neue
Atomreaktoren zu bauen. Ausbaupläne wie jene im slowenischen Krsko
zielen ökonomisch nicht auf die Stromversorgung im eigenen Land ab,
diese AKW sind für den Export des Atomstroms konzipiert. Exportiert
soll der Strom in Länder wie Österreich, Deutschland oder Italien
werden. "Trotz der sichtbaren Folgen der Reaktorkatastrophe in
Fukushima zeigt sich die Kelag nicht bereit aus dem Geschäft mit dem
Atomstrom auszusteigen. Das ist Wasser auf den Mühlen der Betreiber
des AKW Krsko, denn diese zielen nur darauf ab, den produzierten
Atomstrom nach Österreich zu verkaufen", erklärt Schinerl. "Um dieser
Atomindustrie den Geldhahn zuzudrehen, muss die Kelag sofort aus dem
Geschäft mit dem Atomstrom aussteigen", schließt Schinerl.

Rückfragehinweis:

Niklas Schinerl
   Anti-Atomsprecher Greenpeace
   Tel: +43 664 612 67 04
   mailto: niklas.schinerl@greenpeace.at
   
   Melanie Beran
   Pressesprecherin Greenpeace
   +43 664 612 67 18
   mailto: melanie.beran@greenpeace.at

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