Europäisches KMU-Barometer: Erholung kommt zum Stillstand

Folge von Instabilität auf den Finanzmärkten und Staatsschuldenkrise

Wien (OTS/PWK717) - Zum ersten Mal seit 2009 zeigt der Zeiger
des UEAPME KMU Geschäftsklima-Index nach unten: Mit einem Wert von 70.8 liegt der Index knapp über, aber in der Nähe der 70-Punkte Linie, die als Schwelle für eine neutrale Geschäftsentwicklung steht. Der Stillstand, der aktuell bei den KMU verzeichnet wird, ist damit eine direkte Folge der Unsicherheiten in den letzten Monaten in der Europäischen Union, verbunden mit der Instabilität auf den Finanzmärken und der Staatsschuldenkrise. "Derzeit bewegt sich in Europa nichts vor und nichts zurück. Die Europäische Wirtschaft wird nicht zurück auf den Wachstumspfad finden, wenn die Bedenken und Unsicherheiten nicht gezielt bekämpft werden", betonte heute, Dienstag, Gerhard Huemer, Direktor für Wirtschaftspolitik der UEAPME, anlässlich der Präsentation der Ergebnisse in Brüssel.

Im Gegensatz zum leicht sinkenden Geschäftsklima sind die Salden zu den Erwartungen bei Umsatz, Beschäftigung, Investitionen und Auftragslage positiv. Laut Huemer gibt es deutlich mehr Unternehmen, die nach der Rezession Reformanstrengungen unternommen haben bzw. sich erfolgreich in wachsenden Nischenmärkten positioniert haben. Diese Unternehmen schauen optimistisch in die Zukunft. Gleichzeitig steige auch der Anteil jener Unternehmen, für die vor der Wirtschaftskrise auch nach der Krise ist und deren Ausblick pessimistisch bleibt.

Fest stehe jedenfalls, dass die EU-Institutionen und nationalen Regierungen alles tun müssen, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und das Vertrauen der Investoren und Unternehmen zurückzugewinnen. "Wesentlich ist vor allem, dass die Länder, die stärker von der Staatsschuldenkrise betroffen sind, jetzt ihre öffentlichen Finanzen in den Griff bekommen, den öffentlichen Sektor reorganisieren und Strukturreformen gezielt angehen und umsetzen", so Huemer. Gerade in der jetzigen Zeit mit deutlich schwächeren Konjunkturaussichten für 2012 seien Diskussionen über neue Belastungen nicht sinnvoll. Alles müsse daran gesetzt werden, das Vertrauen der Wirtschaft und der Konsumenten zu stärken, Unsicherheiten abzubauen und mit aller Kraft die notwendigen Systemreformen anzugehen.

Sowohl das KMU-Factsheet der EU-Kommission als auch die Bewertung des UEAPME als wichtigster KMU-Verband in Brüssel zeigen, dass sich der Zugang für KMU zur Finanzierung verschlechtert hat. Aus Sicht der WKÖ sei nun die Umsetzung einer Kredit-Garantie-Aktion prioritär. Diese sieht die Schaffung eines EU-Garantiefonds vor: Rückgarantien an nationale und regionale öffentliche Förderstellen und Garantiegesellschaften sollen die Haftungen an KMU gewähren. Dadurch wird diesen Gesellschaften ein Teil ihres Risikos abgenommen. Es entsteht ein Anreiz, zusätzliche Haftungen für KMU-Kreditfinanzierungen anzubieten. Jede Milliarde Euro Fondsvolumen könnte 50 Milliarden Euro neues Kreditvolumen generieren. (US)

Die UEAPME ist der Europäischer Dachverband der kleinen und mittleren Unternehmen und deren Mitgliedern (http://www.ueapme.com).

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