ÖAMTC fordert günstige Koppelung von Jahreskarten und Park&Ride

Clubexperte: "Wahlzuckerl werden Autofahrer nicht finanzieren"

Wien (OTS) - "Ein interessantes Angebot für alle Mobilitätsträger. Jeder Autofahrer sollte für sich durchrechnen, ob sich ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel lohnt", kommentiert Martin Hoffer, der verkehrspolitische Referent des ÖAMTC, die aktuelle Öffi-Reform der rotgrünen Wiener Stadtregierung. Mit der Tarifänderung gibt es ein Jahresticket der Wiener Linien künftig um 365 Euro bei Einmalzahlung - also fährt man künftig um einen Euro täglich. Auch die weiteren Tarife wurden gesenkt.

Erhöhen werden sich definitiv die Ausgaben für die Stadt Wien. "Die angekündigten Änderungen verursachen Mehrkosten in der Höhe von rund 25 Millionen Euro", berichtet Hoffer. Schon jetzt zahlt die Stadt Wien für die Wiener Linien mehr als 724 Millionen Euro pro Jahr. Wie die Gemeinde Wien nun sicherstellen will, dass die Parkgebühren nicht mit dem Öffi-Tarif querverrechnet werden, bleibt kritisch zu beoabachten. Dass sie für die Kosten von Wahlzuckerln herhalten müssen, hätten die Autofahrer sicher nicht akzeptiert.

Club fordert attraktive Angebote auch für Pendler

Ob diese Öffi-Reform den gewünschten Effekt einer Reduzierung des Straßenverkehrs mit sich bringt, wurde von vielen Experten im Vorfeld angezweifelt. "Einerseits muss sich zeigen, ob durch die günstigeren Tarife mehr Menschen eine Jahreskarte kaufen und ob der öffentliche Verkehr für den höheren Bedarf überhaupt gerüstet ist. Will man mehr Pendler zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen, muss man ihnen überdies ausreichende Park&Ride-Plätze zur Verfügung stellen und noch kostengünstigere Angebote bei Kombination der ÖV-Jahreskarte mit Park&Ride machen", sagt der ÖAMTC-Jurist.

Preiserhöhung bei Einzelfahrschein nur bei "Verbesserungen"

Bei der Erhöhung des Einzelfahrscheins plädiert Hoffer für einen Wertausgleich in Form von Verbesserungen. "Erstens muss der Zuschlag für einen Fahrscheinkauf in Straßenbahn oder Bus wegfallen. Es nicht nachvollziehbar, dass ein Fahrschein im Automaten bei der Station weniger kostet als im Automaten im Fahrzeug selbst. Dieser Zuschlag stammt noch aus Schaffnerzeiten und ist heute völlig überholt", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Außerdem fordert Hoffer eine Überarbeitung der Gültigkeit. "Derzeit gilt ein Einzelfahrschein für eine Fahrt -eine Fahrtunterbrechung für Einkäufe oder Erledigungen ist nicht möglich. Hier fordert der Clubjurist eine Änderung: "Die Gültigkeit des Fahrscheins sollte wie in anderen europäischen Großstädten auf eine bestimmte Zeit festgelegt sein." So kann man z. B. in Berlin mit einem Einzelfahrschein zwei Stunden unterwegs sein, egal wie oft und wie lange man die Fahrt unterbricht.

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