Blecha: "Mit Sozialabbau ist die Krise nicht zu bewältigen"

Pensionistenverband verlangt strenge Preiskontrollen sowie Malus für Unternehmen, die ältere Dienstnehmer in Frühpension drängen

Wien (OTS) - "Mit Sozialabbau ist die Finanz-, Schulden-, und Wirtschaftskrise nicht zu bewältigen", erklärte Pensionistenverbands-und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha heute im Rahmen der Vorstandssitzung des Pensionistenverbandes Österreichs, der größten Seniorenorganisation unseres Landes. "Die Leute sind aufgebracht, dass bei den sogenannten Kleinen gespart werden soll, während den Banken, die die Krise verursacht haben, wieder das Geld zugeschossen werden muss", so Blecha.

Blecha betonte, "dass eine Pensionsanpassung 2012 mit 2,7 Prozent ohne Deckel keineswegs sicher war, aber jetzt nicht mehr in Frage gestellt wird". Blecha: "Das ist ein Verdienst unserer kampfentschlossenen Organisation. Bei den Verhandlungen mit der Regierung werden wir uns für die Bezieher kleiner Pensionen einzusetzen. Diese sind nämlich von der Teuerung, die der Miniwarenkorb besser abbildet als der Verbraucherpreisindex, stärker betroffen. Auch in Österreich droht Altersarmut, der man rechtzeitig entgegentreten muss." Der Pensionistenverband startet deshalb eine Kampagne gegen die Preissteigerungen: "Wir fordern den Wirtschaftsminister auf, strenge Preiskontrollen durchzuführen. Die Wettbewerbsbehörde muss energischer die Energiepreise überwachen, auf EU-Ebene muss Österreich ein Spekulationsverbot auf Rohstoffe und Lebensmittel fordern", nannte Blecha seine Hauptforderungen. Besonders kritisierte der Seniorenvertreter den "Österreich-Aufschlag", mit erkennbar teureren Preisen im Vergleich zu Deutschland, Italien und Schweiz. "Auch da sind der Wirtschaftsminister und die Wettbewerbsbehörde gefordert, die Preispolitik der Supermärkte, aber auch der Hersteller unter die Lupe zu nehmen", so Blecha.

Pensionssystem: "Da kennt sich kein Mensch mehr aus!" -Vereinfachungen gefordert

"Unser ganzes Pensionssystem ist durch die Schüssel-Reformen völlig unübersichtlich und viel zu kompliziert geworden -Parallelrechnung, Durchrechnungszeiten, Übergangsregelungen u.v.a.m. Da kennt sich ja kein Mensch mehr aus!", sagte Blecha und forderte Vereinfachungen, damit auch die Jungen wieder Vertrauen in das sichere staatliche Pensionssystem gewinnen. "Wir brauchen sehr rasch eine Reform der Schüssel'schen Reformen!", so Blecha.

Kein Geld aus der Pensionsversicherung für Betriebe - Malus muss kommen

Als völlig "unausgegoren" bezeichnete Blecha den Vorschlag des -"skandalöser Weise ohne Pensionistenvertreter geführten Sozialpartner-Dialogs in Bad Ischl", wonach Unternehmer Geld aus der Pensionsversicherung bekommen sollen, wenn sie "Hackler" von der Frühpension abhalten wollen. Vielmehr fordert Blecha einen echten "Malus" für Unternehmer, "die die Leute nach wie vor reihenweise in die Pension abschieben und auch zu wenig dafür tun, dass ältere Dienstnehmer altersgerecht beschäftigt werden. "Wir brauchen eine altersgerechte Arbeitswelt!", so Blecha abschließend.

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