Junge Industrie: Sozialpartnervorschläge bestenfalls erster Schritt

JI-Bundesvorsitzende Niss: Brauchen endlich echte Reformen, Abschaffung aller Schlupflöcher - Jeder Schritt nach Vorne begrüßenswert, aber Tempo muss erhöht werden

Wien (OTS) - Mehr Tempo forderte die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, Dr. Therese Niss, im Bereich der Pensionen angesichts der vorgestellten Vorschläge der Sozialpartner: "Natürlich ist jeder Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen, aber in Summe passiert zu wenig um unser Pensionssystem auf wirklich nachhaltige Beine zu stellen." Es sei jedoch blauäugig zu glauben, dass man mit einigen wenigen, eher kosmetischen Maßnahmen der in Österreich nach wie vor grassierenden Frühpensionitis Einhalt bieten könne. "Dass die "Hacklerregelung" immer wieder verlängert wurde war bereits ein Affront gegen die jüngeren Generationen. Sie hätte abgeschafft werden müssen, die sogenannten Verschärfungen bis 2014 waren auch immer zu wenig ambitioniert." Es brauche, wie etwa auch in nordischen Ländern üblich, spürbare Abschläge bei Frühpensionen, so Niss: "Wer auf Kosten der Allgemeinheit ohne Not zu früh in Pension geht, sollte das auch bei der Pensionshöhe deutlich spüren.""

Unpopuläre Maßnahmen seien unumgänglich, so die Bundesvorsitzende, denn es liege leider in der Natur des Menschen, dass vorhandene Schlupflöcher auch ausgenutzt würden. Die OECD habe berechnet, dass Österreich derzeit eine der höchsten Strafen auf Arbeit für die Alterskohorte der 55-64-Jährigen hat. Der sogenannte implizite Steuersatz auf Weiterarbeit für Ältere betrage in Österreich bereits 58,6 % des Durchschnittslohns. Dieser Satz enthalte sowohl die Kosten der Weiterarbeit als auch die zu erwartenden Pensionsleistungen. Bei einem Steuersatz von fast 60 % fällt die Entscheidung zwischen Arbeit und Frühpensionen wenig überraschend häufig für die Pension, so Niss. Als grundsätzlich gute aber jedenfalls ausbaufähige Maßnahmen bezeichnete Niss die Vorschläge der Sozialpartner zur Eindämmung des Zugangs in die Invaliditätspension: "Die Forcierung der Rehabilitation und Integration vor Pension ist angesichts der hohen Rate an Invaliditätsfällen in Österreich dringend notwendig", betonte die JI-Chefin. Daher spricht sich die Junge Industrie auch für härtere Auflagen für angeblich psychisch kranke Antragsteller aus und fordert die Meldung von relevanten Einschränkungen an die für Fahr-und Jagderlaubnis und Waffenbesitz zuständige Behörde. Das Ziel, das komplizierte System der Pensionsberechnung zu vereinfachen und transparenter zu gestalten sei zu unterstützen.

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