Rot-Grüner Erfolg: Wiener Öffis noch attraktiver

Wien einzige Millionenstadt Europas, die Tarife senkt, Investkraft der Wiener Linien bleibt gesichert

Wien (OTS) - Einer der Eckpunkte des rot-grünen
Koalitionsabkommens ist umgesetzt. Gestern haben sich beide Partner auf eine Tarifreform bei den Wiener Linien geeinigt. Diese soll ab 1. Mai 2012 in Kraft treten und bringt Vorteile für Kundinnen und Kunden und soll noch mehr Wienerinnen und Wiener zum Umsteigen auf die Wiener Linien bewegen.

"Unser Ziel ist es, noch mehr Menschen für die öffentlichen Verkehrsmittel zu begeistern. Schließlich wächst Wien Richtung 2-Millionen-Metropole und soll dabei für alle attraktiv bleiben. Das erfordert neue Wege, auch im Verkehrsmanagement, und diese gehen wir damit", erklärten Wiens Bürgermeister Michael Häupl und die für Verkehr bzw. Finanzen zuständigen Vizebürgermeisterinnen Maria Vassilakou und Renate Brauner im Zuge des heutigen Bürgermeister-Mediengesprächs. "Damit stehen die Wiener Linien weiterhin auf wirtschaftlich sicherem Boden, die Beauftragung neuer Wägen für die U6 kann damit erfolgen", so Brauner.

Die Reform orientiert sich an sozialen und ökologischen Gesichtpunkten und stellt eine Trendwende in der Verkehrspolitik dar. Wien ist die einzige Millionenstadt Europas, in der Öffi-Tarife gesenkt werden. Öffentliche Verkehrsmittel müssen für alle leistbar bleiben. "Jeder Kilometer, der mehr mit den Öffis zurückgelegt wird, ist ein Beitrag zum Klimaschutz", erklärte Vassilakou.

Schon jetzt werden in Wien 36 Prozent aller Wege (Modal Split) mit den Öffis zurückgelegt. Damit ist Wien im Spitzenfeld aller Millionenstädte. Dieser Anteil soll - so steht es im Regierungsabkommen festgeschrieben - auf 40 Prozent gesteigert werden.

Die Details

Jahreskarte: 84 Euro billiger
Der Preis für eine Jahreskarte der Wiener Linien wird ab 1. Mai 2012 bei Sofortzahlung 365 Euro betragen. (bisher 449 Euro). Bei monatlicher Abbuchung beträgt der Gesamtpreis 375 Euro. Damit gehören die Wiener Linien mit ihrer Netzgröße zu den europaweit günstigsten Anbietern. Bereits jetzt nützen mehr als 360.000 Wienerinnen und Wiener das Angebot der Jahreskarte.

Zum Vergleich: In Amsterdam kostet eine Jahreskarte derzeit 780 Euro, in Stockholm 795 Euro. Der Durchschnittswert in Europa beträgt 662 Euro.

Monatskarte
Eine Monatskarte wird künftig um 45 Euro statt bislang 49,50 Euro erhältlich sein. Die Wochenkarte wird von 14 Euro auf künftig 15 Euro angepasst. Der Preis der 8-Tage-Klimakarte beträgt in Zukunft 33,80 Euro gegenüber 28,80 Euro aktuell.

Einzelfahrschein
95 Prozent aller Fahrgäste verwenden eine Zeitkarte - also keine Einzelfahrscheine. Dieser wird von 1,80 Euro auf zwei Euro angepasst und ist damit im internationalen Vergleich nach wie vor deutlich günstiger als in vergleichbaren Städten.
Einzelfahrscheine kosten etwa in Berlin derzeit 2,30 Euro, der Durchschnittswert in Europa beträgt 2,50 Euro.

Das Fahrrad fährt gratis mit
Erfolgsmodell Mobilpass wird fortgeführt

Weitere Fahrscheintarife bzw. Fahrscheinkategorien werden analog zur Tarifstruktur derzeit von der Tarifabteilung der Wiener Linien berechnet und nach Vorliegen gesondert verlautbart. Eines ist aber bereits fix: Egal, mit welcher Fahrkarte die KundInnen der Wiener Linien künftig unterwegs sind, die Mitnahme eines Fahrrades ist in Zukunft gratis.

Und: Der am 1. April 2008 eingeführte Mobilpass der Stadt Wien wird in bewährter Weise fortgesetzt. Die Abwicklung des Mobilpasses der Stadt Wien obliegt der Magistratsabteilung 40. Vom vielfältigen Angebot des Mobilpasses profitieren MindestpensionistInnen und alle erwachsenen BezieherInnen der Mindestsicherung.

Der Mobilpass bietet neben anderen Ermäßigungen bei den Wiener Linien auch künftig eine Monatskarte zum Tarif von 15,20 Euro.

Seniorentarife bleiben gleich günstig

Die Seniorentarife der Wiener Linien bleiben tariflich gleich günstig wie bisher (224 Euro bei Barzahlung). Allerdings werden sich die Anspruchsvoraussetzungen ändern. Ab 1. Jänner 2012 können alle SeniorInnen (Männer und Frauen), die 60 Jahre oder älter sind, eine ermäßigte Seniorenkarte erwerben. In den nächsten 10 Jahren wird die Altersgrenze für die Berechtigung zum Erwerb einer Seniorenjahreskarte jeweils alle zwei Jahre um ein Jahr angehoben (z.B. 2014 von 60 auf 61 Jahre). Ab dem Jahr 2022 liegt die Altersgrenze einheitlich bei 65. Damit wird bei den Seniorentarifen die allgemeine Anhebung des Pensionsalters nachvollzogen.

Verbesserungen für Studierende

Änderungen gibt es ab dem Wintersemester 2012/13 für Studierende an Universitäten bzw. an Fachhochschulen. Studierende aller anerkannten Universitäten bzw. FHs können mit einem aufrechten Hauptwohnsitz in Wien jeweils ein Semesterticket (als Netzkarte für ganz Wien) für 5 Monate (jeweils vom 1.09. bis zum 31.01. bzw. vom 1.02. bis zum 30.06.) zum Preis von 75 Euro lösen. Für alle übrigen Studierenden wird dieses Semesterticket um 150 Euro angeboten. Alle Studierenden an Wiener Hochschulen/Fachhochschulen erhalten ihr Semesterticket jeweils bis zum vollendeten 26. Lebensjahr unabhängig vom Bezug der Familienbeihilfe.

Ausdehnung des Geltungszeitraums der Nachmittagsbildungskarte

Schülerinnen und Schüler, deren Wohnort direkt neben einer Bildungseinrichtung liegt und daher keine Schülerstreckenkarte erhalten, können eine Nachmittagsbildungskarte um 6 Euro pro Monat erwerben. Ab dem Schuljahr 2012/13 wird der Geltungszeitraum ausgeweitet: Diese Karte gilt dann von Montag bis Freitag bereits ab 12 Uhr (bislang 13 Uhr) für den Rest des Tages bzw. künftig auch am Samstag ganztägig. Auch Fahrten für Lehrausgänge und andere Schulveranstaltungen sind nun inkludiert. Bereits jetzt fahren SchülerInnen in Wien bis zum Alter von 19 an Sonn- und Feiertagen und in den Ferien generell gratis.

Erhöhung der Strafen für SchwarzfahrerInnen

Der "Tarif" fürs Schwarzfahren wird deutlich teurer. Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, zahlt künftig (bei sofortiger Barzahlung an Ort und Stelle) 100 Euro statt aktuell 70 Euro.

Bindung der Tarife der Wiener Linien an die Teuerung

In Zukunft werden die Tarife der Wiener Linien an die allgemeine Teuerung gekoppelt. Analog zu Modellen in anderen Städten wird künftig jährlich überprüft, ob in den jeweiligen Fahrscheinkategorien eine Teuerung vorliegt oder nicht. Mit dieser Regelung sollen in Zukunft große Preissprünge ausgeschlossen werden.

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Mediensprecher Vbgmin Mag.a Maria Vassilakou
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Mobil: 0664 831 74 49
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