Gewerkschaft vida hat neues Mitgliederservice für 24-Stunden-BetreuerInnen

Steinkellner: Gesetz hat viele "Scheinselbstständige" geschaffen

Wien (OTS) - (vida/ÖGB). Die Dienstleistungsgewerkschaft vida betreut ab sofort 24-Stunden-Kräfte, auch wenn sie formal als Selbstständige arbeiten. Willibald Steinkellner, stellvertretender vida-Vorsitzender, dazu: "Viele 24-Stunden-BetreuerInnen stehen mit ihren Fragen allein da, vom Thema Versteuerung bis zu Haftungsfragen. Wir bieten den Betroffenen eine Mitgliedschaft und damit auch Fachberatung an."++++

Die derzeitige Regelung der 24-Stunden-Betreuung führt dazu, dass die Beschäftigung fast ausschließlich auf selbstständiger Basis angeboten wird. Aktuell gibt es 37.000 selbstständige und nur 500 unselbstständige "PersonenbetreuerInnen", wie die Tätigkeit offiziell heißt. Eine Wahlmöglichkeit haben die meisten Frauen nicht. "Wir konzentrieren uns vorerst auf die 24-Stunden-BetreuerInnen aus der Slowakei. Ihnen bieten wir in Zusammenarbeit mit der slowakischen Gewerkschaft InterPro eine muttersprachliche Rechtsberatung an", sagt die zuständige vida-Bundesfachgruppensekretärin, Michaela Guglberger.

Der Beratungsbedarf ist bei der Beschäftigtengruppe sehr groß. Denn als Selbstständige sind sie für ihre Anmeldung bei der Sozialversicherung und für die Versteuerung des Einkommens selbst verantwortlich. Es gibt keinen Mindestlohn für die Selbstständigen und keinen Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Wenn sie krank werden, haben sie ein Anrecht auf medizinische Betreuung, aber nicht auf Krankengeld oder Entgeltfortzahlung. "Das alles sollten die Frauen wissen, wenn sie sich auf ein derartiges Arbeitsverhältnis einlassen. Auch das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz gilt für die Selbstständigen nicht. Die PersonenbetreuerInnen sind für Schäden, die im Rahmen der Tätigkeit geschehen, voll haftbar", erläutert Guglberger.

Der Arbeitsalltag der PersonenbetreuerInnen ist äußerst vielfältig. Das Tätigkeitsfeld reicht vom Führen des Haushaltes bis hin zu pflegerischen Maßnahmen. "In diesem Tätigkeitsumfeld kann einiges passieren. Bei Fehlern, zum Beispiel in der Versorgung der KlientInnen, leistet die Gewerkschaft Hilfestellung", fügt Willibald Steinkellner hinzu. Die Kosten für die Mitgliedschaft betragen für 24-Stunden-BetreuerInnen zehn Euro pro Monat (bei 1.000 Euro Monateinkommen).

Weiter politisch Druck machen wird die Gewerkschaft, um die Situation der 24-Stunden-BetreuerInnen zu verbessern. Eines der Hauptanliegen ist die gesetzliche Verankerung einer verpflichtenden Ausbildung -zum Schutz der Pflegebedürftigen, aber auch der Beschäftigten.

Mehr Informationen zu den rechtlichen Bestimmungen gibt es im Internet unter www.vida.at

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