- 10.10.2011, 12:56:10
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Sorger zu Pensionen: Größere Anstrengungen notwendig
IV-Präsident Sorger: In Teilbereichen Bewegung und gute Ansätze der Sozialpartner - Dringender Handlungsbedarf - "Hacklerpensionen" sofort abschaffen
Wien (OTS/PdI) - Die Industrie vermisst angesichts der
alarmierenden Zahlen im Pensionssystem im heute vorgestellten
Sozialpartnerpapier strukturelle Maßnahmen, die zu einem deutlich
späteren Pensionsantritt führen sollen. "Die Pensionsbezüge sind in
Österreich großzügiger als in den meisten OECD-Ländern und Abschläge
für einen frühen Pensionsantritt viel zu niedrig", erklärte der
Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger heute,
Montag. Hier müssten möglichst rasch Maßnahmen wie höhere Zuschläge
für längeres Arbeiten und deutlich höhere Abschläge für den
vorzeitigen Pensionsantritt gesetzt werden. "Insbesondere die
,Hacklerregelung' muss so rasch wie möglich ersatzlos auslaufen", so
Sorger. "Dass das Scheunentor Invaliditätspension nun zumindest etwas
geschlossen wird, ist sehr zu begrüßen, reicht aber sicherlich nicht
aus, um das Problem der Frühpensionen in Österreich grundsätzlich zu
lösen. Insgesamt sind die Vorschläge hinsichtlich der dringend
erforderlichen Gesamtreform des Pensionssystem nicht ausreichend", so
der IV-Präsident. Laut jüngstem OECD-Länderbericht würden etwa die
Pensionsausgaben in Österreich ohne Reformen von derzeit 13,6 % des
BIP bis 2060 um über 9 Prozentpunkte auf 23 % des BIP ansteigen. Das
durchschnittliche tatsächliche Pensionsantrittsalter liege in
Österreich mit 58,9 Jahren bei den Männern und 57,5 Jahren bei den
Frauen um etwa vier Jahre unter dem jeweiligen OECD-Schnitt.
Grundsätzlich sei die heute präsentierte Initiative der
Sozialpartner, das viel zu niedrige faktische Pensionsantrittsalter
in Österreich anzuheben, natürlich zu begrüßen, in Teilbereichen gebe
es Bewegung und gute Ansätze. Als "gute Maßnahmen" bezeichnete Sorger
vor allem die Vorschläge zur Eindämmung des Zugangs in die
Invaliditätspension: "Die Forcierung der Rehabilitation und
Integration vor Pension ist angesichts der hohen Rate an
Invaliditätsfällen in Österreich ein Gebot der Stunde", betont
Sorger. Dass in diesem Zusammenhang auch stärker an die
Mitwirkungspflicht der Versicherten appelliert wird, ist für Sorger
folgerichtig und notwendig. Positiv sei auch, dass eine Zuerkennung
von befristeten Invaliditätspensionen nur noch in Ausnahmefällen
erfolgen soll und stattdessen eine berufliche bzw. medizinische
Rehabilitation erfolgt. "Wir müssen immer versuchen, die
Aufmerksamkeit der Versicherten auf die Weiter- bzw.
Wiederbeschäftigung lenken und nicht auf das Pensionssystem." so
Sorger. Auch das Ziel, das komplizierte System der Pensionsberechnung
zu vereinfachen und transparenter zu gestalten, sei zu unterstützen.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:info@iv-newsroom.at
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