• 10.10.2011, 12:09:35
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Grünewald: Psychisch kranke Menschen im Gesundheitssystem noch immer benachteiligt

Bestehende Versorgungslücken in Prävention und Behandlung müssen geschlossen werden

Wien (OTS) - "Psychische Erkrankungen stellen eine der größten
gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft
dar. Sie verursachen enormes menschliches Leid, haben starken
negativen Einfluss auf die Lebensqualität und sind immer noch mit
einem Tabu behaftet", erklärt der Gesundheitssprecher der Grünen,
Kurt Grünewald, anlässlich des heutigen Tages der psychischen
Gesundheit.
Die Zahl der Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen stieg von
2007 bis 2009 um 22 Prozent, während die Zahl der Krankenstände wegen
körperlich bedingter Krankheiten lediglich um zehn Prozent stieg.
840.000 Personen in Österreich erhielten im Jahr 2009 Psychopharmaka
verschrieben. Bei einem Drittel aller Neuzugänge bei der
Invaliditätspension ist die Ursache eine psychische Erkrankung.
"Trotz der alarmierenden Zahlen gibt es Versorgungsdefizite in
Österreich, etwa im Bereich Psychotherapie."

Obwohl Psychotherapie bereits seit 1992 eine Pflichtleistung der
Krankenkassen ist, gibt es aufgrund der bestehenden Kontingentierung
nur für wenige PatientInnen kassenfinanzierte Therapieplätze. Die
große Mehrheit muss einen hohen Selbstbehalt leisten. Der
Kassenzuschuss von 21,80 Euro pro Therapiestunde wurde seit 1992
nicht erhöht.
Das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG)
stellte einen Bedarf an Psychotherapie in Österreich für 2,1 Prozent
der Gesamtbevölkerung fest. Derzeit haben jedoch nur 0,5 Prozent der
Bevölkerung Zugang zu dieser Leistung.
Dieser Prozentsatz sei dringend zu erhöhen, fordert Grünewald und
weiter: "Ein Gesamtvertrag zwischen PsychotheratpeutInnen und der
Krankenkasse ist notwendig, damit sich auch ärmere
Bevölkerungsschichten eine Therapie leisten können und die
Zwei-Klassen-Medizin in diesem Bereich endlich beendet wird."
Ebenso ein großes Anliegen ist den Grünen eine Verbesserung der
psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie eine
verpflichtende Burnout Prävention in den Betrieben.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:presse@gruene.at

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