Neues Volksblatt: "Mitleid" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 10. Oktober 2011

Linz (OTS) - Abgesehen davon, dass er die Eurofighter an den Lieferanten zurückgeben will, war gestern in der Fernseh-Pressestunde von Verteidigungsminister Norbert Darabos nichts Neues zu erfahren. Trotzdem kam man nicht weg davon, zu rührend war der Auftritt: Da steht einer, umgeben von bösen Menschen und Mächten, im Sturm der Kritik und tut seine Pflicht: Er schafft die Wehrpflicht ab. Norbert, der Märtyrer.
Woher dieses Maß an Selbstmitleid kommt, wurde nicht klar. Vielleicht daher, dass Darabos seine Pflicht lange Zeit darin gesehen hat, die Wehrpflicht zu erhalten, bis er auf Zuruf des Wiener SPÖ-Vorsitzenden auf den Gegenzug aufspringen musste?
Das Wissen, in die falsche Richtung zu fahren, und diese Kurs auch noch verteidigen zu müssen - das kann schon nagen.
Besonders leid muss uns der Mann aber nicht tun, der die Folgen seiner Politik, zum Beispiel für den Zivildienst und damit für das österreichische Sozial- und Gesundheitswesen, beharrlich verdrängt. Leid tun müssen uns vielmehr jene, die unter einer schlechteren Versorgung zu leiden haben werden.
So wurde gestern wieder einmal deutlich: Es geht um einen Wahlkampf-Gag der SPÖ, der von einem beratungsresistenten Politiker ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen wird; koste es, was es wolle.

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