"profil": Scharfe Kritik an Situation am Wiener Museum für Völkerkunde

MVK seit einem Jahr ohne Direktion - noch diese Woche will KHM-Chefin Haag neue Leitung nennen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll in dieser Woche bekanntgegeben werden, wer das Wiener Museum für Völkerkunde (MVK) leiten wird. Nach Kündigung des vormaligen MVK-Direktors Christian Feest war die Stelle fast ein Jahr lang vakant. Sabine Haag, Chefin des Kunsthistorischen Museums (KHM), dem auch das MVK zugeordnet ist, sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt: Eine seit Jahren geplante Fusion mit dem Museum für Volkskunde blieb unrealisierbar. Schon seit 2004 harrt das MVK der Neuaufstellung seiner Sammlung - lediglich zwei Säle sind mit Objekten daraus bespielt, der Rest ist vor der Öffentlichkeit verborgen.

Thomas Fillitz, Vorstand des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien, beanstandet den Status quo: "Das größte Problem des Museums ist, dass es wie eine Abteilung des KHM geführt wird, als wäre es eine schlechtere Ausstellungshalle. Die Sammlungen sind nicht zugänglich, dabei ist der internationale Rang des Museums ebenso hoch wie jener des KHM selbst." Daran ändere auch die Berufung eines neuen Leiters wenig: "Man tut so, als ob eine Neubesetzung das Problem lösen könnte. Im Gegenteil: Der neue Direktor wird selbst einen Haufen neuer Probleme kriegen!"

Auch Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen und studierter Ethnologe, beklagt gegenüber "profil" die Zustände des Hauses in der Hofburg: "Österreich besitzt eine der größten und weltbesten ethnologischen Sammlungen, aber für wen? Sie vergammelt im Depot", konstatiert er.

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