Caritas: Menschenrechtsbeirat bestätigt Schubhaft-Kritik

Experten-Beirat kritisiert Altersfeststellungen und Schubhaft für 16- bis 18-Jährige

Wien, 06.10.11 (KAP) Die Caritas sieht sich durch einen neuen Bericht des Menschenrechtsbeirats beim Innenministerium in ihrer Kritik an der Unterbringung und Betreuung von minderjährigen Flüchtlingen in Österreich bestätigt. Das Experten-Gremium stellt in einer am Donnerstag veröffentlichten Expertise zwar fest, dass sich die Unterbringung und Betreuung minderjähriger Asylwerber in den vergangenen Jahren verbessert hat. Kritik kommt vom Menschenrechtsbeirat aber an der häufigen Anwendung medizinischer Methoden zur Altersfeststellung, der mangelhaften Betreuung von Kindern und Jugendlichen in fremdenrechtlichen Verfahren und der Schubhaft für 16- bis 18-Jährige.

"Auch jugendliche Asylwerber haben eine Würde", betonte Caritas-Präsident Franz Küberl in einer ersten Reaktion gegenüber "Kathpress" auf den Bericht. Methoden wie die Alterfeststellung durch Handwurzel- oder Schlüsselbeinröntgen dürften laut Gesetz nur als "ultima ratio", d.h. bei echtem Zweifel eingesetzt werden, pflichtete Küberl den Experten des Menschenrechtsbeirats bei. "Diese Untersuchungen müssen dem Respekt und der Würde des Menschen entsprechen".

Weiters hob der Caritas-Präsident zudem die Kritik des Menschenrechtsbeirats an der Situation von Jugendlichen in Schubhaft hervor. Ziel müsse weiterhin sein, "dass möglichst kein Minderjähriger in Schubhaft kommt", so Küberl.

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