Kadenbach zu Bienensterben: Industrielobby setzte sich leider bei den meisten Abgeordneten durch

SPÖ-Europaabgeordnete: Bienen leisten grundlegende Dienste für die Landwirtschaft - ökonomische Leistung im Wert von 15 Milliarden Euro

Wien (OTS/SK) - Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach,
Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sowie Lebensmittelsicherheit, kritisiert das heutige Abstimmungsverhalten im Ausschuss. "Ich kann mir das Verhalten nur so erklären, dass die Industrielobby offenbar einen massiven Druck ausgeübt hat und besonders bei einer konservativen Mehrheit erfolgreich war. Gentechnik und Pestizide gelten unter Experten als Ursache des massiven Bienensterbens in den USA und in Europa. Im Bericht werden aber nun leider Pestizide schwammig nur als mögliche und eine von vielen Ursachen benannt", sagt Kadenbach. Sie hatte sich auch in Bezug auf Gentechnik für eine umfassende Aufarbeitung ausgesprochen und einen entsprechenden Änderungsantrag in der Stellungnahme des Umweltausschusses eingereicht, der nun nicht berücksichtig wurde. ****

Der Imkereisektor ist fester Bestandteil der europäischen Landwirtschaft. Er dient mehr als 600.000 Bürgern in Europa als Haupt- oder Nebeneinkommensquelle, leistet der Landwirtschaft durch Bestäubung grundlegende Dienste und trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Schätzungen zufolge sind in Europa 84 Prozent aller Pflanzenarten und 76 Prozent der Nahrungsmittelproduktion von der Bestäubung der Pflanzen durch Bienen abhängig - der ökonomische Wert dieser Leistung übersteigt bei Weitem den Wert des erzeugten Honigs und wird für die EU mit etwa 15 Milliarden Euro jährlich veranschlagt.

Bienenrückgang in Oberösterreich um bis zu 30 Prozent

Kadenbach begrüßt insgesamt das Bestreben des Europäischen Parlaments, das Thema Bienensterben aktiv anzugehen. "In den USA hat sich der Bestand von vier weit verbreiteten Arten von Bienen in den vergangenen Jahrzehnten um rund 96 Prozent reduziert. In Großbritannien sind in den vergangenen Jahren bestimmte Bienenarten komplett ausgestorben, andere Arten wurden seit den 1970er Jahren um bis zu 70 Prozent dezimiert", so Kadenbach. Auch die heimischen Imker sind über die nahe Zukunft besorgt. Ein Ausfall von Lebensmitteln wie Äpfel oder Birnen aufgrund mangelnder Bestäubung könnte in bestimmten Regionen schon bald zu echten Problemen führen. In Oberösterreich sprechen Imker von einem Ausfall ihrer Bienen um bis zu 30 Prozent. Kadenbach: "Wir dürfen nicht nur bei Forschung und Studien stecken bleiben, sondern brauchen konkrete Lenkungseffekte mithilfe der bestehenden Agrarförderungen und vor allem strengere Zulassungsverfahren bei Pflanzenschutzmitteln." (Schluss) sv/mp

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