Mailath: Aktuelle Uni-Diskussion nicht nachvollziehbar

Stipendien und Unterstützung sind vor Studiengebühren zu klären

Wien (OTS) - Wiens Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sieht den gestern diskutierten Rechnungshof-Bericht zur Bewertung der Studiengebühren differenziert:
"Mit Recht weist der Rechnungshof darauf hin, eine umfassende Kosten/Leistungsrechnung an den Universitäten durchzuführen - denn höhere AbsolventInnenzahlen sind nicht nur eine Frage des Geldes, wie ein europaweiter Vergleich zeigt. Es gibt auch eine Vielzahl struktureller Maßnahmen die reformiert werden müssen. Ich denke hierbei an eine Direktauszahlung der Familienbeihilfe, Einfluss und Mitbestimmungsmöglichkeiten für Studierende oder einen automatischen Beihilfenantrag bei der Inskription", so Mailath.

Zu Erinnern sei ebenso an Länder, die auch ohne Studiengebühren zu hohen Abschlussquoten kommen. "Hier sind die Möglichkeiten und Ideen noch lange nicht ausgeschöpft. Jedenfalls ist für mich die Diskussion derzeit nicht nachvollziehbar: Nur weil es, wie auch der neue Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, im gestrigen Standard attestiert, `einige wenige, stark nachgefragte Studien` gibt, ist es nicht einzusehen, warum generell Studienbeiträge und damit zusätzliche Hürden für StudentInnen aufgebaut werden sollen", so der Wiener Wissenschaftsstadtrat.

In Europa gibt es in den letzten Jahren übrigens einen Trend zur Abschaffung von Studienbeiträgen. 14 von 29 Ländern heben sie derzeit ein - im Studienjahr 2007/8 waren es noch 18 von 29 Ländern. "In der Hälfte aller Länder in Europa gibt es derzeit Studiengebühren und es werden immer weniger. Zeit, dass die Debatte auch bei uns abseits von Gebühren geführt wird und neue Lösungen nachgedacht wird. Denn mit den Ausgaben liegen wir über dem OECD-Schnitt, bei der Akademikerquote bleiben wir aber wir aber mit 25 Prozent weit unter dem OECD-Mittel von 38 Prozent.", so Mailath abschließend.

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