Schluss mit steuerlichen Begünstigungen für Großbauern

Peutlberger-Naderer: "Unterstütze die Forderungen der AK nach mehr Steuergerechtigkeit!"

Linz (OTS) - Landtagsabgeordnete Gisela Peutlberger-Naderer sieht Ungerechtigkeiten bei der Besteuerung landwirtschaftlichen Einkommens. "Ich stehe zu 100 % hinter dem Vorschlag der Arbeiterkammer, das derzeitige System der Gewinnpauschalierung abzuschaffen. Außerdem bin ich mir sicher, dass die Forderung, eine Einkommenssteuerpflicht für realisierte Veräußerungsgewinne durch die Umwidmung von Grundstücken einzuführen, umgesetzt werden muss", fordert die Agrarsprecherin des SPÖ-Landtagsklubs.

Die Ungerechtigkeit der Gewinnpauschalierung liegt darin, dass seit der Ende 2010 erfolgten Anhebung der Einheitswertgrenze von 65.500 Euro auf 100.000 Euro durch das Finanzministerium auch Großbauern unter die Steuerfreigrenze fallen und somit von der Einkommenssteuerpflicht ausgenommen sind. "Eine Pauschalierung darf es nur für landwirtschaftliche Kleinbetriebe geben! Dort ist eine Erleichterung auch sinnvoll, um keinen übermäßigen bürokratischen Aufwand zu treiben", ist die Landtagsabgeordnete überzeugt. Generell ist die Vorgangsweise des Finanzministeriums für Peutlberger-Naderer kaum verständlich: "In Zeiten, wo Sparen angesagt ist und Familien und Pensionisten verstärkt zur Kasse gebeten werden, ist es für mich unverständlich, dass diese Wertgrenze so massiv angehoben wurde. Steuergeschenke für landwirtschaftliche Großbetriebe sind nicht einzusehen." In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Situation der Nebenerwerbsbauern besonders hart dar: durch die Anrechnung ihrer zusätzlichen - existenzsichernden - unselbstständigen Tätigkeit ergibt sich trotz Kleinstbetrieb oft eine Einkommenssteuerpflicht -im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Großbetrieben.

Peutlberger-Naderer tritt auch für eine weitere Forderung der AK ein, nämlich die Einkommenssteuerpflicht für realisierte Veräußerungsgewinne durch die Umwidmung von Grünland in Bauland einzuführen. "Man ging ja bisher von dem Argument aus, dass die Bauern vom Ertrag und nicht von den Veräußerungen der Grundstücke leben. Wenn man sich aber vor Augen hält, wie sehr der Verkehrswert durch die Umwidmung gesteigert werden kann, sollte man hier umdenken. Auch diese Gewinne müssen besteuert werden!", ergänzt die Abgeordnete.

"Einkommensschwache Bauern werden durch das derzeitige Abgabensystem stark benachteiligt. Es bedarf daher einer raschen Änderung. Die Gewinnpauschalierung darf nur mehr für Kleinbauern gelten. Für einkommensstarke Großbetriebe soll der Gewinn ganz allgemein nach den Vorschriften der Einnahmen- und Ausgabenrechnung erfolgen. Nur so kommt es im landwirtschaftlichen Bereich zu mehr Steuergerechtigkeit", schließt sich Peutlberger-Naderer den Forderungen der Arbeiterkammer an.

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