EGB: Kommission muss exzessive Arbeitszeiten in Europa unterbinden

Verfahren gegen zwei Mitgliedsstaaten wegen Verletzung der Arbeitszeitrichtlinie

Wien (OTS/ÖGB) - Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) begrüßt die Entscheidung der Europäischen Kommission, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Irland und Griechenland einzuleiten. Es geht darin um massive Verletzungen der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie, es bestehe laut EGB dringender Handlungsbedarf, Lösungen zu finden und exzessive Arbeitszeiten in der EU zu unterbinden.++++

Laut Kommission gibt es in Irland zahlreiche Fälle, in denen Jungärzte regelmäßig gezwungen sind, 36-Stunden-Schichten, in manchen Wochen über 100 Stunden, und im Schnitt 70 bis 75 Stunden pro Woche zu arbeiten, und das durchgehend ohne Unterbrechungen oder Schlafpausen.

In Griechenland müssen Ärzte in öffentlichen Spitälern und Gesundheitszentren im Schnitt mindestens 64 Stunden pro Woche arbeiten, in manchen Fällen über 90 Stunden, ohne gesetzliche Höchstgrenze. Es gibt auch keine gesetzliche Höchstgrenze, was die Anzahl der Stunden betrifft, die Ärzte ohne Unterbrechung zum Dienst herangezogen werden können, und sie müssen oft durchgehend ohne Ruhezeiten arbeiten.

Der EGB hält diese Situation in einer modernen Welt für inakzeptabel:
"Solche exzessiven Arbeitszeiten stellen eine untolerierbare Verletzung des grundlegenden Arbeitnehmerrechts auf menschenwürdige Arbeit dar und sind eine Risikoquelle für das Leben der Patienten", so der EGB. Leider seien Verletzungen der Arbeitszeitrichtlinie in der EU an der Tagesordnung, es sei daher essenziell, dass die Europäische Kommission die Situation in den Mitgliedsstaaten auch weiterhin genau beobachte.

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Die Pressemitteilung der Europäischen Kommission
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/1121&fo
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