Gesund sein, bleiben oder werden - WKÖ: "Österreich braucht konkrete Gesundheitsziele"

35. Gesundheitspolitisches Forum - Hauptverbands-Chef Schelling drückt aufs Tempo - WKÖ Gleitsmann: "Konkrete Ziele und Messbarkeit unabdingbar"

Wien (OTS/PWK666) - 2009 hat die österreichische
Bundesregierung das Ziel festgesetzt, etwa 10 Rahmengesundheitsziele für Österreich für die nächsten 20 Jahre zu definieren. Jetzt schreiben wir das Jahr 2011, und der Startschuss ist im Mai dieses Jahres gefallen: "Die erste Stufe ist die Ideensammlung in Form eines breiten partizipativen Prozesses unter Einbindung verschiedener Politik- und Gesellschaftsbereiche. Diese Phase soll bis Sommer 2012 abgeschlossen sein. Im zweiten Schritt kommt das Projekt auf eine operative, konkretere Ebene. Hier sollen konkrete Schritte in den verschiedenen Bereichen erarbeitet werden. Die dritte und vierte Phase sind schließlich die Umsetzung und Messung der Ziele", sagte Pamela Rendi-Wagner, Sektionschefin im Gesundheitsministerium und Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, beim 35. Gesundheitspolitischen Forum in Kooperation mit der WKÖ-Initiative Plattform Gesundheitswirtschaft in Wien.

Hans-Jörg Schelling unterstrich wie Rendi-Wagner die Notwendigkeit für national definierte Gesundheitsziele und rief in Erinnerung, dass diese schon länger ein wesentlicher Vorschlag des Hauptverbandes sei. Jetzt werde die Findung und Formulierung der Gesundheitsziele für Österreich endlich - spät, aber doch - angegangen, der Prozess selbst nehme aber auch wieder wertvolle Zeit in Anspruch. Weiter betonte Schelling, dass Österreich derzeit ein Krankensystem, aber kein Gesundheitssystem habe: "Der Fokus liegt bisher zu stark auf Krankheit, es ist daher ein wichtiger Fortschritt, die Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen und Gesundheitsziele zu definieren."

"Die zentrale Frage ist, wie man es schaffen kann, dass jeder einzelne sich bewusst wird, dass er selbst der Hauptverantwortliche für seine Gesundheit ist" so Robert Fischer, Initiator des Gesundheitspolitischen Forums und Obmannstellvertreter des Institut HuMan.

Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, betont die unbedingte Notwendigkeit von Gesundheitszielen: "Diese müssen konkret gehalten und tatsächlich messbar sein. Nur dann werden diese Gesundheitsziele auch erfolgreich sein". Als Beispiel führt Gleitsmann die Anzahl der Teilnehmer an Disease Management für Diabetes an. Neben der Setzung realistischer Ziele und der Umsetzung wird die Messung zweifellos der Kernpunkt des Prozesses sein", führte auch Patientenanwalt Bachinger aus.

Einmal mehr betonten Schelling und Gleitsmann die Bedeutung von Prävention und Prophylaxe und Schelling unterstrich mit Blick auf das Gesundheitssystem: "Mir liegt ein Wettbewerb der Qualität - und nicht ein Wettbewerb der Zahler - am Herzen." Dieser Qualitäts-Wettbewerb existiere aber derzeit faktisch (noch) nicht, da viele Rahmenbedingungen der Qualitätssicherung noch fehlen:
"Qualitätssteigerung senkt auf lange Sicht auch die Kosten, selbst wenn sie zu Beginn scheinbar mehr kostet", unterstrich Schelling diesbezüglich. (JR)

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