ÖAMTC-Erhebung "Zivilcourage": Zitate der Fahrzeuglenker (Teil 2, + Fotos, + Videos)

"Stehen bleiben und die Feuerwehr anrufen kann doch jeder" - "Da alle vorbei gefahren sind, fährt man genauso vorbei"

Wien (OTS) - Nur 15 Prozent aller Fahrzeuglenker bleiben bei einem Unfall stehen und helfen - so das erschütternde Ergebnis einer ÖAMTC-Erhebung Ende August. Gemeinsam mit der Verkehrsabteilung der Polizei Burgenland hat der Club an einer Bundesstraße ein Unfallszenario simuliert und die Reaktionen der Lenker beobachtet und ausgewertet. Warum nur so wenige angehalten haben? ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger hat eine Erklärung: "Im Vordergrund steht die Angst, etwas falsch zu machen. Ein Großteil der Lenker erlebte zum ersten Mal so eine Situation."

Einige Zitate von Lenkern, die stehen geblieben sind, um zu helfen

"Die meisten 'Stehenbleiber' waren extrem aufgeregt und erschrocken", schildert Seidenberger die Situation. "Helfen ist ein emotionaler Kraftakt. Umso wichtiger ist es, auf solche Situationen vorbereitet zu sein."

* Elfriede R.: (56 Jahre): "Ich habe das umgekippte Auto gesehen, einen Mann, der draußen liegt. Ich war schockiert. Ich habe eingebremst und gleich zum Handy gegriffen."

* Aron L.: (30 Jahre): " Es gehört dazu, dass man stehen bleibt und hilft, wenn jemand einen Unfall hat. Stehen bleiben und Feuerwehr, Polizei und Rettung anrufen kann doch ein jeder."

* Karin H. (44 Jahre): "Ich habe mir gedacht, um Gottes Willen, da ist ein Unfall passiert. Ich muss jetzt fragen, ob schon Hilfe kommt, oder ich muss hingehen zu ihm. Ich bin jetzt sehr aufgeregt."

* Maria Z. (52 Jahre): "Der erste Gedanke war, wir bleiben da stehen und rufen die Rettung und die Polizei. Dann hätten wir geschaut, wo wir stehen bleiben können, damit wir nichts behindern."

* Klemens J. (57 Jahre): "Nachdem ich jetzt im Laufe des Jahres den Ersthelferkurs beim Roten Kreuz belegt habe, war das für mich eine Selbstverständlichkeit."

* Franz N. (49 Jahre): "Ich habe mich gewundert, dass ein oder zwei Fahrzeuge vor mir nicht stehen geblieben sind. Ich hab nicht darüber nachgedacht, vielleicht haben sie es nicht gesehen. Aber eigentlich müssten sie es gesehen haben."

Einige Zitate von Lenkern, die weiter gefahren sind, ohne zu helfen

"Die 'Weiterfahrer' haben zum einen nichts bemerkt, zum anderen viele Erklärungsmuster, die aufgrund der herausfordernden Situation zustande kommen", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

* Dorothea K. (24 Jahre): "Ich habe mir gedacht, der ist wohl verunfallt, aber es ist schon länger her und er schaut sich den Schaden am Auto an. (...) Ich habe mir gedacht, wenn da was wäre, wäre ja schon jemand vor Ort. (...) Da die alle vorbei gefahren sind, fährt man genauso vorbei. Auch ich bin vorbei gefahren, es ist wirklich schlimm."

* Adolf G. (71 Jahre): "Das gibt es ja gar nicht: Es kann da gar nicht passiert sein, dass sich da wer überschlägt."

* Georg S. (60 Jahre): "Mir ist gleich vorgekommen, dass das gestellt war."

* Adam H. (47 Jahre): "Irgendetwas ist da auf der Erde gelegen. Aber ich schau immer auf die Straße, wissen Sie."

* Karin T. (38 Jahre): "Ich habe nichts gesehen, mir ist nichts aufgefallen. (...) Es geht ja um Erste Hilfe. Ich hab mir gedacht, oje, der Erste-Hilfe-Kurs ist auch schon länger her."

* Ina L. (27 Jahre): "Ich war so in Gedanken, ich habe das Unfallauto nicht gesehen. Erschreckenderweise. (...) Es ist als Frau immer so eine Sache, bleibt man stehen oder nicht. (..) Bei solchen Verhältnissen wie es heute ist, wäre ich stehen geblieben und hätte zumindest einen Notruf getätigt."

Aviso an die Redaktionen: Fotos zu dieser Meldung sind unter www.oeamtc.at/presse verfügbar sowie Videomaterial bei der ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit erhältlich.

(Forts.)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Kesche, Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0002