"erLesen" am 28. September um 19:15 Uhr auf TW1

Philanthrop Josef Haslinger und Schauspielerin Andrea Eckert plaudern mit dem Autoren-Duo Christoph Ransmayr und Martin Pollack über Gott und die Welt und ihre Altersvorsorge.

Wien (OTS) - Kann man Vergangenheit aufarbeiten? Wie lange
braucht ein Staat, um problematische Episoden halbwegs objektiv zu betrachten? Und warum sollten österreichische Autoren über den Stalinismus schreiben? Philanthrop Josef Haslinger, Kammerschauspielerin Andrea Eckert sowie die Autoren Christoph Ransmayr und Martin Pollak liefern die Antworten - bei "erLesen" am 28. September um 19:15 Uhr auf TW1.

Neben gesellschaftspolitischen Themen, stehen aber auch persönliche Schmankerln auf der Tagesordnung. Andrea Eckert erzählt berührt von der Bühnenlegende Dorothea Neff und wie sie von ihr das Schauspielhandwerk gelernt hatte. Neff sei zu dieser Zeit schon erblindet gewesen und dennoch entging ihr selten ein Fehler. "Wenn sie den Eindruck hatte, das war jetzt ein bisschen gemogelt, das war jetzt nicht authentisch, konnte sie sehr wütend werden", erzählt Eckert im Gespräch mit Heinz Sichrovsky.

Und wie schaut es eigentlich mit der Altersvorsorge von Schauspielerinnen und Autoren aus? Man kann sie wohl kaum als die größten Profiteure unseres Pensionssystems bezeichnen. Martin Pollack werde keine Pension beziehen. "Ich arbeite einfach, bis ich umfalle", meint er trocken und diesem Motto kann auch die restliche Runde beipflichten. Altersvorsorge hin oder her - Christoph Ransmayr hat einen Zwergenkalender: "Man gönnt sich ja sonst nichts." Was das ist und warum man besser nicht darin vorkommt, erfahren die Zuseher von "erLesen".

Josef Haslinger

Josef Haslinger wurde am 5. Juli 1955 im niederösterreichischen Zwettl geboren. Der Waldviertler studierte in Wien Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften. Ab dem Jahr 1977 gab er gemeinsam mit Ernst Fuchs die Literaturzeitschrift "Wespennest" heraus. Bis über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde Haslinger mit seinem in internationaler Besetzung verfilmten Roman "Opernball". Dass seine Bücher meist einen gesellschaftskritischen Fokus aufweisen, stellt auch sein neuestes Werk "Jachymov" zur Schau. Es handelt von einem tschechoslowakischen Eishockey-Startorwart, der vom Regime für fünf Jahre deportiert wurde, um todkrank wieder heimzukehren.

Andrea Eckert

Andrea Eckert wurde am 17. September 1958 in Baden geboren. Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaften, begann sie in Paris ihre Schauspielkarriere. Eine ihrer ersten großen Darbietungen begleitet sie bis heute - die Rolle der Maria Callas im Stück "Meisterklasse". Ausgebildet wurde die gebürtige Niederösterreicherin von der Schauspiellegende Dorothea Neff, die sie derzeit auf der Bühne des Wiener Volkstheaters verkörpert. Mit dem Stück "Bleib bei mir" beschreibt Felix Mitterer die Kriegsjahre, in denen Neff ihre Geliebte Lilli Wolff versteckt hielt. Ein Widerstandsdrama und eine Liebestragödie zugleich.

Christoph Ransmayr und Martin Pollak

Christoph Ransmayr wurde am 20. März 1954 als Sohn eines Lehrers in Wels geboren. Zu Beginn seiner Karriere war er als Kulturredakteur bei diversen Zeitschriften tätig. Seit dem Jahr 1982 arbeitet er als freier Schriftsteller und kann als Langsam-Schreiber und Viel-Reisender bezeichnet werden. Sein Freund und Schriftstellerkollege Martin Pollack wurde am 23. Mai 1944 in Bad Hall geboren. Die beiden verfassten bereits in den 80er-Jahren gemeinsame Reportagen. Der gelernte Tischler war viele Jahre als Journalist und Übersetzer tätig und arbeitet seit dem Jahr 1998 als Schriftsteller. Wenn sie gemeinsam schreiben, passiere das vierhändig - wie sie selbst erzählen. Ihr kürzlich erschienenes vierhändiges Werk - "Der Wolfsjäger". Ein Buch über Kommunismus, Vertreibung und Verdrängung.

Sendezeiten:

Erstausstrahlung: Mittwoch, 28. September 2011 um 19:15-20:15 Uhr Weitere Ausstrahlungen: Do, 29.9.2011 um 22:45-23:45 Uhr, Fr, 30.9.2011 um 16:05-17:05 Uhr, Sa, 1.10.2011 um 23:45-00:45 Uhr und So, 2.10.2011 um 18:05-19:05 Uhr

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