Weltverhütungstag 2011: Jugendliche haben ein Recht auf sexuelle Aufklärung und Verhütung

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Lebe dein Leben, kenne deine Rechte" steht der diesjährige Weltverhütungstag am 26. September 2011. Internationale Organisationen auf dem Gebiet der Familienplanung, darunter die European Society of Contraception und Reproductive Health (ESC), das Centro Latinamericona Salud y Mujer (CELSAM), der Population Council und der Asia Pacific Council on Contraception (APCOC), haben diesen Tag im Jahre 2007 das erste Mal ins Leben gerufen, um Jugendliche mit weltweiten Aktionen auf Verhütung als wirksamen Schutz vor unerwünschten Schwangerschaften hinzuweisen. Unterstützt wird der Weltverhütungstag zudem vom weltweit tätigen Pharmaunternehmen Bayer HealthCare.

Eine zuverlässige Verhütung ist wichtig, um nicht ungewollt schwanger zu werden - wer glaubt, dass Teenager diese Erkenntnis in die Praxis umsetzen, wenn es "zur Sache geht", irrt. Weltweit betrachtet, verzichten zahlreiche Teenager beim ersten Sex mit ihrem neuen Partner/ ihrer neuen Partnerin auf wirksame Verhütung. Österreichische Jugendliche heben sich hier keinesfalls positiv von ihrer Peer Group in - als weniger offen und aufgeklärt geltenden -Ländern wie Thailand, China, Mexiko, der Türkei und Chile ab. 62 Prozent gaben einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes tsn healthcare an, beim ersten Mal mit einem neuen Partner/einer neuen Partnerin gänzlich auf Verhütung verzichtet zu haben. Als Hauptgründe für ihr Verhalten werden simples Vergessen (20 Prozent), die in diesem Moment mangelnde Verfügbarkeit eines Verhütungsmittels (21 Prozent) und Trunkenheit (24 Prozent) genannt.

Doch selbst wenn an Verhütung gedacht wird, wird nicht immer die zuverlässigste Verhütung gewählt. So glauben 98 Prozent der befragten österreichischen Teenager, dass das Kondom die zuverlässigste Verhütungsmethode ist, wie tsn healthcare in einer aktuellen Umfrage erhob. Auch eine Online-Befragung der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) zeigt, dass 80 Prozent der Mädchen beim "Ersten Mal" zum Kondom greifen, die Pille dagegen erst drei bis sechs Monate danach genommen wird. In Wahrheit schützt das Kondom zwar als einziges Verhütungsmittel vor einer HIV-Infektion, ist aber nachweislich zur Verhinderung einer Schwangerschaft nur bedingt geeignet: 7 bis 14 Frauen von 1000 werden schwanger, obwohl ihr Partner ein Kondom verwendet hat. Im Vergleich dazu sind es bei der kombinierten Pille nur 3 von 1000 Frauen, die trotz korrekter Anwendung schwanger werden. Knapp 30 Prozent der insgesamt 202 befragten Jugendlichen sind außerdem überzeugt, dass der Coitus interruptus die beste Methode ist, um eine Schwangerschaft zu verhindern; Studien zu Folge werden bis zu 40 von 1000 Frauen, die dies mit ihrem Partner praktizieren, schwanger. Auch die absurd klingenden Annahmen, dass eine Scheiden-Spülung mit Cola, eine ausgiebige Dusche nach dem Sex oder sportliches Auf-und-Ab-Hüpfen eine Befruchtung verhindere, spuken weiterhin in den Köpfen einiger (weniger) Teenager herum, obgleich im Sexualkundeunterricht dies wohl kaum vermittelt werden dürfte.

n Sexualkundeunterricht ist seit 1970 verpflichtender Bestandteil des österreichischen Lehrplans. Die Aufklärung über die Zuverlässigkeit verschiedener Verhütungsmethoden ist hierin fest verankert. Dennoch (Schwangerschaften Statistik Austria) wurden auch 2010 knapp 2500 Babys von Müttern geboren, die selbst 20 Jahre und jünger waren.

ExpertInnen fordern daher seit Jahren eine Verbesserung des Aufklärungsunterrichts in Schulen und suchen Begründungen dafür, weshalb die existierenden Maßnahmen offenbar nicht flächendeckend greifen. Ein ganzes "Verhütungs-Maßnahmenpaket" solle geschnürt werden, um Verhütung zu erleichtern und damit unerwünschte Schwangerschaften zu minimieren, fordert beispielsweise DDr. Christian Fiala vom Ambulatorium gynmed. In den meisten westeuropäischen Ländern sei ein derartiges Paket bereits vor mehreren Jahren umgesetzt worden. Dort sehe man, dass es weniger Schwangerschaftsabbrüche gebe als in Österreich. "Eine wirksame Maßnahme z.B. sei das Verhütungsmuseum in Wien. Die starke Nachfrage von Schulen und die positiven Rückmeldungen zeigen wie groß das Interesse von Jugendlichen ist, mehr über ihre Sexualität zu erfahren. Insbesondere wie sie sich wirksam schützen können", so DDr. Christian Fiala.

Sexualpädagogin Bettina Weidinger bemängelt, dass der Aufklärungsunterricht in seiner bisherigen Form zu abstrakt ist und sich die Jugendlichen schwer tun, zwischen dem sachlichen Vortrag über Fortpflanzung und Verhütung einen unmittelbaren Bezug zu ihrem eigenen Tun und Handeln herzustellen.

Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung bietet daher seit etlichen Jahren für Schulklassen die Möglichkeit, in Krankenhäuser oder Gesundheitszentren mit Familienplanungsstellen zu kommen und sich von ÄrztInnen - GynäkologInnen und UrologInnen - aus erster Hand informieren zu lassen. "Ich erkläre beispielsweise, wie ein Besuch beim Frauenarzt abläuft oder - für die Burschen - ein Besuch beim Urologen, und die Jugendlichen haben Gelegenheit, offen Fragen zu diesen Themen zu stellen", erläutert Dr. Claudia Linemayr-Wagner, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung. "Die Jugendlichen waren alle immer höchst interessiert, höchst aufmerksam und haben viele, viele Fragen gestellt. Das zeigt mir deutlich, dass diese Themen weder zu Hause in den Elternhäusern, noch in der Schule in ausreichendem Maße behandelt werden."

Während in Österreich jedoch zumindest die Rahmenbedingungen geschaffen sind, dass sich Jugendliche über Verhütung und Sexualität informieren können, sieht es in einigen Ländern dieser Welt bekanntlich schlechter aus. Einer aktuellen Umfrage von GFK Healthcare zu Folge haben nur die Hälfte aller europäischen Jugendlichen Sexualkundeunterricht in der Schule; rund ein Viertel aller SchülerInnen der Region Asia-Pazifik und Lateinamerika sagt, dass es für sie keine Anlaufstelle gibt, wenn sie weitere Fragen zur Sexualität oder Intimität haben. Angesichts dieser Zahlen scheint es wenig verwunderlich, dass 42 Prozent der befragten AsiatInnen auch keine Möglichkeit sehen, an Verhütungsmittel zu kommen, wenn sie gebraucht würden. 28 Prozent aller befragten jungen EuropäerInnen sehen dies genauso.

"Lebe dein Leben, kenne deine Rechte", lautet daher das Motto des diesjährigen Weltverhütungstages 2011. Neben der Notwendigkeit, beim Sex als Schutz vor ungewollten Schwangerschaften zu verhüten, soll den Jugendlichen vor allem vermittelt werden, dass sie das Recht auf sexuelle Aufklärung und sexuelle Selbstbestimmung haben. Dazu gehört auch, dass sie bewusst entscheiden, wann und ob sie schwanger werden wollen.

"Kenne deine Rechte" hat in Österreich dennoch wohl eher einen Bezug zur aktuell gültigen Gesetzeslage, die sexuelle Beziehungen von Jugendlichen nach dem so genannten "Schutzalter" regelt: sind beide Partner unter 14 Jahren und kommt es zum sexuellen Kontakt, wird niemand bestraft, denn unter 14-jährige sind nicht strafmündig. Wenn einer von beiden unter 14 Jahre alt ist, macht sich der Ältere strafbar. Sind beide über 14 Jahre alt, ist Sex unter der Voraussetzung des beiderseitigen Einverständnisses generell erlaubt. Ist eine Person über 12, die andere unter 16, werden sexuelle Handlungen nicht bestraft, wenn es zu keinem Geschlechtsverkehr kommt. Für das Verschreiben von Verhütungsmitteln oder der Durchführung eines Schwangerschaftsabbruches ist bei über 14-jährigen rein rechtlich die Zustimmung der Eltern nicht erforderlich.

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