Kommentar zu Parteien / CDU / Regionalkonferenz / Oldenburg

Osnabrück (ots) - Christlich reicht nicht

Ein Donnerwetter war das nicht, was CDU-Chefin Angela Merkel in Oldenburg erlebte. Höchstens ein leichtes Murren. Ist der Unmut an der Basis geringer als allgemein angenommen? Keineswegs. Die Konservativen stecken in einer Identitätskrise. Die elementaren Probleme, die die Regierungspartei CDU bewältigen muss, rütteln nicht nur an der Existenz Europas, sondern auch an den Grundfesten der Christdemokraten. Ist zwischen Rettungsschirmen und Währungshütern noch Platz für eine konservative Weltanschauung? Merkel hat es versäumt, ihrer Partei darauf eine Antwort zu geben. Und hat dies wohl auch nicht mehr vor.

Anders ist es nicht zu erklären, dass sie die Kritik einer parteiinternen Initiative aussitzt. Die kämpft gegen den vermeintlichen Linkstrend in der Partei und fordert, Griechenland pleitegehen zu lassen. Mit Merkels Politik ist das nicht vereinbar. Statt auf Konfrontationskurs zu der besonders konservativen Strömung zu gehen, betont die Parteichefin auch in Oldenburg den Markenkern der Partei: das C im Namen CDU. Um die eigenen Reihen zu schließen, mag es ausreichen, den christlichen Überbau der Partei herauszukehren. Da das C aber kein Abgrenzungskriterium zu anderen Parteien bietet, ist die Strategie kein Patentrezept für Wahlerfolge. Und letztlich wird Merkel genau an diesen gemessen - auch von den eigenen Mitgliedern.

Rückfragen & Kontakt:

Telefon: 0541/310 207Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN0018