Gewerkschaften begrüßen Gespräche zu Pflegereform

GPA-djp und vida bringen eigenes Modell in Gespräche ein

Wien (OTS) - (ÖGB/GPA-djp/vida). Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und die Gewerkschaft vida begrüßen die Initiative von Sozialminister Rudolf Hundstorfer, gemeinsam mit Betroffenen eine Reform des gesamten Pflegesektors zu diskutieren. Die Gewerkschaften brachten ihr Modell für eine langfristige Absicherung von Pflege und Betreuung in die Verhandlungen ein.++++

"Wir begrüßen den Ansatz, gemeinsam mit allen Gruppen, die aus der Praxis kommen, an einer langfristigen Absicherung eines qualitativ hochwertigen Plegesektors zu arbeiten", erklären der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Willibald Steinkellner und der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer, am Rande der Verhandlungen.

Steinkelllner, der für die Gewerkschaften GPA-djp und vida das Pflegemodell vorstellte, betonte, dass ohne die Bereitstellung zusätzlicher Mittel keine langfristige Reform möglich sei. "Wir haben derzeit ein höchst ungerechtes Finanzierungsmodell, bei dem jene, die von Pflegebedürftigkeit betroffen sind, die volle Last tragen. Wir brauchen ein solidarisches Modell, bei dem alle Gruppen ihren Beitrag leisten", so Steinkellner.

Das Modell von GPA-djp und vida sieht die Schaffung eines Pflegefonds in der Höhe von rund zwei Milliarden Euro vor, der sich hauptsächlich aus Vermögenssteuern und einer reformierten Erbschaftssteuer speist. Zusätzlich sollen BezieherInnen besonders hoher Einkommen durch höhere Spitzensteuersätze einen kleinen Beitrag in den Pflegefonds leisten. Bei den bestehenden Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol und Tabak verlangen vida und die GPA-djp die Zweckwidmung eines Teiles der Einnahmen für den Pflegefonds. Durch eine bundesweit einheitliche Lösung bei Pflege- bzw. Betreuungsbedürftigkeit sollen außerdem das Versorgungsangebot und die
Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten spürbar verbessert werden.

"Und geht es insbesondere auch darum, dass die Arbeit, die tagtäglich in der Pflege geleistet wird, als gesellschaftlich hochwertige Tätigkeit anerkannt und auch entsprechend honoriert wird. Auf keinem Fall darf der zusätzliche Bedarf an Pflege auf Kosten von Arbeitsbedingungen und Einkommen bewältigt werden", ergänzt Karl Proyer.

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