Bayr: Familienplanung ist zentraler Faktor der Entwicklungspolitik

Zugang zu modernen Verhütungsmitteln wichtig im Kampf gegen Überbevölkerung - Spindelegger gefordert, 10-Prozent-Richtline für sexuelle und reproduktive Gesundheit umzusetzen

Wien (OTS/SK) - Der mangelhafte Zugang zu Sexualaufklärung und modernen Verhütungsmitteln in vielen Entwicklungsregionen ist ein wesentlicher Faktor des starken Bevölkerungswachstums. Das betonte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, am Freitag bei der Pressekonferenz "Seid fruchtbar und mehret euch? globale Herausforderungen in der Familienplanung" im Wiener Parlament. "Im Oktober 2011 werden sieben Milliarden Menschen auf dieser Erde leben, 2050 könnten es bereits über neun Milliarden sein. Wir brauchen langfristige Strategien für Ressourcenverbrauch, Bildung, Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung. Familienplanung spielt dabei eine entscheidende Rolle und darf in der Entwicklungspolitik nicht zu kurz kommen", unterstrich Bayr. ****

Eine Anfragebeantwortung vom Sommer 2011 belegt, dass Österreich bei der Entwicklungsarbeit im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit nicht sehr aktiv ist. Die Richtlinie, etwa 10 Prozent der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit für sexuelle und reproduktive Gesundheit auszugeben, wird klar verfehlt. "Österreich gibt nur etwa 1,41 Prozent der Entwicklungshilfe für diesen Bereich aus. Spindelegger ist gefordert, hier tätig zu werden", so Bayr. Ziel müsse es sein, diesen Faktor bei bestehenden Entwicklungsprogrammen zu berücksichtigen.

Untätigkeit angesichts des Bevölkerungswachstums wäre verheerend, so Bayr. "Auf europäischem Konsumniveau könnte die Erde mit ihren natürlichen Ressourcen gerade 2,1 Milliarden Menschen versorgen", betonte Bayr. Es fehlen schlicht die Mittel, um allen Menschen bei einer stark wachsenden Bevölkerung jene Chancen und jenes Lebensumfeld zu bieten, das nötig ist, um menschenwürdig leben zu können. Auch die Gesundheitsvorsorge könnte kaum gewährleistet werden, da momentan nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal zur Verfügung stehen. Im Bereich Armutsbekämpfung stehe man vor schier unüberwindbaren Hürden. "Schon jetzt leben 63 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner mit weniger als zwei Dollar pro Tag. Je stärker die Bevölkerung zunimmt, desto mehr Menschen konkurrieren um die knappen Ressourcen", unterstrich Bayr. (Schluss) pep/sc

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