Grazer Bischof für "beharrliche Schritte" statt "großer Sprünge"

Kapellari nahm bei steirischer "Pfarrerwoche" zu Reformforderungen Stellung

Graz, 20.09.11 (KAP) "Wir leben in einer Zeit des Übergangs, die uns nicht große Sprünge, wohl aber beharrliche Schritte ermöglicht, und auch viele solche Schritte ergeben einen brauchbaren Weg": Das sagte der Grazer Bischof Egon Kapellari in einer Ansprache an die steirischen Priester. Zum bereits 54. Mal versammelt sich ein Gutteil des 500 Priester zählenden steirischen Klerus bis Donnerstag im kirchlichen Bildungszentrum Schloss Seggauberg zu einer "Pfarrerwoche", diesmal zum Thema "Miteinander Kirche gestalten".

Kapellari legte den Pfarrern vor dem Hintergrund jüngster Reformbestrebungen ein "kleines Instrumentarium zur Diagnose und Therapie in unserer jetzigen Situation von Kirche und Gesellschaft" vor. Neben der Aufforderung zu "beharrlichen Schritten" und der Erinnerung an das Sprichwort "Gott schreibt gerade auch auf krummen Zeilen" erinnerte der Bischof an ein Leonardo da Vinci zugeschriebenes Zitat: "Wenn du nicht kannst, was du willst, wolle, was du kannst." Kapellari: "Jeder von uns kann auch heute Hilfreiches, weil Aufbauendes tun, und keiner dürfte sich davon dispensieren."

Im Blick auf die "Pfarrer-Initiative" schloss sich der Bischof der Auffassung des Wiener Dogmatikers Jan-Heiner Tück an, der anregte, deren Forderungspaket mit dem "Kampftitel" "Aufruf zum Ungehorsam" aufzuschüren "und das Mögliche vom Unmöglichen zu trennen".

Heute werde generaldiagnostisch und verstärkt durch Massenmedien immer wieder "Stillstand" in der Kirche behauptet, stellte Kapellari fest. Auch die Kernschichten der Kirche würden davon erfasst und könnten nicht verstehen, warum sich die Kirche nicht in Richtung der dem Mainstream entsprechenden Erwartungen bewegt. "Es ist immer schwer, von oft geradezu einbetonierten Plausibilitäten abzurücken", meinte der Bischof.

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