AK-Kalliauer: Privatpensionen sind keine Lösung - nur die staatliche Pension bietet Sicherheit

Linz (OTS) - Der Chef der Raiffeisen Versicherung, Klaus Pekarek, lässt keine Gelegenheit aus, das öffentliche Pensionssystem schlecht zu reden und private Pensionsversicherungen als Lösung für dessen angebliche Finanzierungsprobleme anzupreisen. "Dabei hat die Finanzkrise die Schwächen privater und betrieblicher Pensionsversicherungen schonungslos offengelegt. Nur die staatliche Pension nach dem Umlageverfahren bietet Sicherheit", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Finanzkrise 2008/2009 war für betriebliche und private Pensionen verheerend. In den Industrieländern fiel der Marktwert privater Pensionssparpläne um gigantische fünf Billionen Dollar. Zum Glück hatte in Österreich der Widerstand von AK, Gewerkschaften und anderen einen noch radikaleren Umbau des Systems, wie er in anderen Ländern erfolgt war, verhindert. In den Niederlanden sind 158 Prozent des Bruttoinlandsprodukts(BIP) in Pensionsfonds veranlagt, in Großbritannien 110, in Österreich nur 5,7 Prozent.

Der Schaden ist groß genug: Mehrmals wurden seither die betrieblichen Pensionen vieler Leistungsberechtigter gekürzt, und zwar um bis zu 45 Prozent! Und für jene, die weiter in das System einzahlen, ergeben sich unaufholbare Lücken. Ihre zukünftigen Pensionen werden von Beginn an um mindestens ähnliche Prozentsätze reduziert werden.

Und die Bedingungen für Privatpensionen will Pekarek verschlechtern, indem die Höhe der garantierten Mindestpension nicht bei Vertragsabschluss, sondern erst bei Pensionsantritt festgelegt werden soll. Der AK-Präsident weist diese Forderung entschieden zurück.

Trotz des Desasters propagieren Banken und Versicherungskonzerne munter weiter die Notwendigkeit der "Privatvorsorge", sind doch die dabei zu verdienenden Gebühren enorm. Kein Wunder auch, dass das Vertrauen in die gesetzliche Altersvorsorge sinkt, investiert doch die Versicherungswirtschaft seit Jahren Millionen in das Schlechtreden des Systems.

Nur das staatliche System garantiert nachhaltig sichere Pensionen, die solidarisch dem Leistungsvermögen einer Volkswirtschaft entsprechen. Die enormen Risiken auf den Kapitalmärkten ist das Hauptargument der Arbeiterkammer gegen eine Verlagerung der Alterssicherung auf Privatversicherungen.

"Private Pensionen sind keine Alternative zum staatlichen Pensionssystem nach dem Umlageverfahren. Sie sind teurer und mit hohem Risiko verbunden und taugen daher höchstens als Zusatzangebot für eine kleine Gruppe von Beschäftigten mit hohen Einkommen", erklärt der AK-Präsident.

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