ÖOG stellt Initiative "Augenblick" vor

Forderungen an die österreichische Politik, um das Augenlicht der Österreicher möglichst lange zu erhalten

Wien (OTS) - Obwohl viele Menschen eine Brille oder Kontaktlinsen benötigen, konsultieren nur wenige einen Augenarzt. Meist wird ein Termin beim Optiker wahrgenommen, regelmäßige Kontrollen beim Ophthalmologen bleiben jedoch aus. Zudem besteht ein hohes Informationsdefizit der Bevölkerung in Hinblick auf die Leistungen und Kompetenzen von Augenärzten. Um dem entgegenzuwirken, hat die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) die Initiative "Augenblick" ins Leben gerufen. Die ÖOG stellt im Sinne der Volksgesundheit und der Menschen Forderungen an die Politik, um das Augenlicht der Österreicher zu erhalten. +++

Bei der Pressekonferenz zum Thema "ÖOG stellt Initiative "Augenblick" vor. Forderungen an die österreichische Politik um das Augenlicht der Österreicher möglichst lange zu erhalten" diskutierten OMR Dr. Helga Azem, Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft, Mag. Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, Prim. Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, Vorstand der Augenabteilung KA Rudolfstiftung Ludwig Boltzmann Institut für Retinologie und biomikroskopische Laserchirugie und Dr. Peter Gorka, Niedergelassener Augenfacharzt in St. Pölten und Vorsitzender des Fachgruppenbeirates der ÖOG über die aktuelle Situation der Augenheilkunde in Österreich und auf globaler Ebene, das Leistungsspektrum und Rolle des Augenarztes sowie die augenärztliche Versorgung im ambulanten und stationären Bereich. Zudem wurde der 2. Wiener Augentag am 28. September 2011 im Wiener Rathaus angekündigt.

Eine gute Sehschärfe ist noch kein Garant für ein gesundes Auge

OMR Dr. Helga Azem, die auch Vorsitzende des Bundesfachgruppenbeirates Augenheilkunde und Optometrie der Österreichischen Ärztekammer ist, eröffnete die Pressekonferenz mit den Zielen und Anliegen der ÖOG sowie Augengesundheit im Allgemeinen. "Österreichs Augenärzte versorgen die Bevölkerung auf höchstem medizinischem Niveau. Sie prüfen nicht nur das Auge an sich, sondern betrachten den Menschen ganzheitlich. Der Augenarzt ist in der Lage, nicht nur Augenkrankheiten, sondern auch zahlreiche allgemeine Erkrankungen zu diagnostizieren, die nicht primär das Auge betreffen. Es werden demnach Tumoren, Gefäßerkrankungen, Zuckerkrankheit, Autoimmunerkrankungen oder Nierenerkrankungen am Auge sichtbar. Ziel ist es daher, die Bevölkerung durch die Initiative 'Augenblick' über diese Kompetenzen zu informieren und ein breiteres Bewusstsein für Augengesundheit und die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen zu schaffen. Eine gute Sehschärfe ist noch kein Garant für ein gesundes Auge", so OMR Dr. Azem. Umgekehrt sind gerade Fehlsichtigkeiten mit großen Sozio-ökonomischen Kosten verbunden.

Ausbildung des Augenarztes ist eminent

Prim. Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, Vorstand der Augenabteilung KA Rudolfstiftung, Ludwig Boltzmann Institut für Retinologie und biomikroskopische Laserchirugie erläuterte den Ausbildungshintergrund der Augenärzte und strich die Wichtigkeit eines akademischen Studiums hervor: "Das Medizinstudium ist für einen Augenarzt eminent, da das Auge kein einzelnes optisches Organ darstellt, sondern in Zusammenhang mit dem menschlichen Körper ganzheitlich betrachtet werden muss. Viele systemische Allgemeinerkrankungen sind am Auge zu erkennen. Die allgemeinmedizinische Ausbildung ist außerdem notwendig, da das Auge auch ein Botschafter für mögliche andere Indizien für einen Krankheitsverlauf ist. Augenheilkunde ist eine Wissenschaft - man kann sie nicht rein handwerklich erlernen", stellte Prim. Univ.-Prof. Dr. Binder dar.

Augengesundheit verlangt die Zusammenarbeit diverser Gesundheitsberufe

Dr. Peter Gorka, Niedergelassener Augenfacharzt in St. Pölten und Vorsitzender des Fachgruppenbeirates der ÖOG klärte über die Notwendigkeit einer Vernetzung der Ophthalmologen mit anderen Fachdisziplinen auf: "Um Patienten gesamtheitlich betreuen zu können, ist die Zusammenarbeit von Augenärzten mit anderen Gesundheitsberufen notwendig. Zudem ist die Entwicklung von Zentren, in denen sich diverse Spezialisten zusammenschließen von Vorteil, um ein möglichst großes Leistungsspektrum abzudecken", meinte Dr. Gorka. Weiters machte er darauf aufmerksam, dass die Augengesundheit das höchste Gut des Menschen sei und daher in die Hand des Facharztes gehöre -welcher 12 Jahre Ausbildung absolviert hat. Zudem wären regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sowie - wenn nötig - eine rechtzeitige Therapie unabdinglich.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich für die Augengesundheit in Armutsgebieten ein

Mag. Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, erläuterte anhand von eindrucksvollem Fotomaterial die Situation blinder, anders behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen in Armutsgebieten: "Etwa 161 Millionen Menschen leben weltweit mit einer Sehbehinderung, 39 Millionen von ihnen sind blind. Nach wie vor ist Grauer Star die häufigste Erblindungsursache, da Menschen in Armutsgebieten keinen Zugang zu augenmedizinischer Grundversorgung haben. Dieser Tatsache versucht LICHT FÜR DIE WELT durch zahlreiche Projekte entgegenzuwirken. Bereits in 141 Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa konnte die Organisation 2010 das Augenlicht von Kindern retten, behinderten Kindern Zukunft schenken, sowie die Chancen und Rechte von Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern", so Mag. Roniger.

Forderungen an die österreichische Politik

Während LICHT FÜR DIE WELT die weltweit Ärmsten unterstützt, kümmert sich die ÖOG primär um die Augengesundheit der Österreicher. Gemeinsam ist ihnen der Kampf gegen Blindheit. OMR Dr. Azem gibt zu bedenken, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung, der unter einer Sehschwäche leidet, einen Optiker oder Optometristen aufsucht, anstatt zum Augenarzt zu gehen. Diese Entwicklung würde sich in Zukunft noch verschärfen, weil die Optiker und Optometristen auch diagnostische und therapeutische Leistungen anbieten möchten und dafür das politische Terrain gezielt aufbereiten würden - ohne über die entsprechende medizinische Ausbildung oder das Wissen zu Verfügen. "Optiker und Optometristen sind wichtige Partner der Augenärzte - dennoch muss der Stellenwert der Augenheilkunde im Gesundheitssystem in der Öffentlichkeit betont und das Bewusstsein dafür geschärft werden. Aus diesen Gründen stellt die ÖOG im Sinne der Volksgesundheit Forderungen an die österreichische Politik - um den Verlust der Sehkraft zu reduzieren", so OMR Dr. Helga Azem. (Detaillierte Forderungen siehe gesondertes Factsheet)

Ankündigung Initiative "Augenblick":
"Österreich schaut auf seine Augen, Österreich schaut zum Augenarzt!"

Die Initiative "Augenblick" - eine breit angelegte Awareness-Kampagne - will über Missstände aus Sicht der Augenärzte aufklären. Unter dem Leitsatz "Österreich schaut auf seine Augen, Österreich schaut zum Augenarzt!" möchte die Initiative nicht nur verstärkt Imagearbeit für die Bedeutung der Augengesundheit und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit leisten, sondern sich aktiv für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Mit der Initiative wurde ein Strategiekonzept entworfen, das die Wertigkeit der Ophthalmologie nach innen und nach außen in einer klaren, einheitlichen Linie kommuniziert und den Wert der augenärztlichen Untersuchung klar herausstreicht. Die Initiative startet im Oktober mit TV-Spots zur Bewusstseinsbildung im Sinne einer frühen Diagnose zur Vermeindung von Blindheit und Reduktion von Frühpensionen und enormen Folgenkosten für das Gesundheitssystem.

2. Wiener Augentag dient der Aufklärung der Bevölkerung

Um die Bevölkerung über Augengesundheit aufzuklären und dieser ausreichend Informationen zur Verfügung zu stellen, findet am 28. September 2011 der 2. Wiener Augentag im Rathaus statt. Experten klären mittels Vorträgen über Augengesundheit, insbesondere über altersbedingte Makuladegeneration, Glaukom und andere Sehbehinderungen auf. Zudem werden kostenlose Augenuntersuchungen wie Schichtbildaufnahme der Netzhaut, Augendruckmessung, Linsenberechnung, Operationsberatung und viele weitere Gesundheitsangebote angeboten.

Genauere Informationen unter: http://www.augentag.at/
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2233

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

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