Spitäler: Familienfreundlichere Arbeitsbedingungen schaffen

Frauen auf dem Vormarsch - Beruf und Karriere müssen vereinbar sein

Wien (OTS) - Frauen sind in den heimischen Spitälern auf dem Vormarsch, von einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist man aber noch weit entfernt. Die Arbeitsbedingungen in den Spitälern müssten rasch an den stetig wachsenden Frauenanteil angepasst werden, forderte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Dienstag in einer Aussendung. Flexiblere Arbeitszeiten, eine gezielte Förderung von hochqualifizierten Spitalsärztinnen und rund um die Uhr geöffnete Kinderbetreuungseinrichtungen seien das Gebot der Stunde, betonte Mayer.

"Die Medizin wird zunehmend weiblich - im Turnus stellen Frauen mit 62 Prozent bereits die überwiegende Mehrheit der Auszubildenden, und auch in den einzelnen Fächern holen die Kolleginnen auf", betonte Mayer. Gleichzeitig müssten sich aber viele Ärztinnen noch immer für Beruf oder Familie entscheiden, da beides nur schwer unter einen Hut zu bringen sei. Mayer: "Mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 54 Stunden ist es nahezu unmöglich, sich neben dem Beruf auch noch einer Familie zu widmen. Flexible Arbeitszeitmodelle können hier Abhilfe schaffen. Ansonsten wird die Vereinbarkeit von Karriere und Familie nicht möglich sein." Diese Problematik betreffe auch den Turnus - eine Schwangerschaft während der Ausbildung bedeute oftmals eine Unterbrechung des Turnus für mehrere Jahre. "Die Kolleginnen verlieren dadurch leicht den beruflichen Anschluss", warnte Mayer.

In einigen Spitälern gebe es bereits Betriebskindergärten, diese verfügten aber oft nur über eine beschränkte Platzzahl und zu geringe Öffnungszeiten. "Das müssen wir dringend ändern. In Deutschland gibt es Krankenhäuser, deren Betriebskindergärten erstens über genügend Plätze verfügen und die zweitens länger geöffnet haben, sodass ein Kind auch während des Nachtdienstes betreut werden kann", sagte der Chef der Spitalsärzte. Die Einrichtung von Kinderbetreuungsstätten sowie die Reduktion der Nachtdienste würden für deutlich familienfreundlichere Arbeitsbedingungen sorgen, erklärte Mayer abschließend. (sl)

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