VIER PFOTEN: Pleite-Griechen bauten mit unseren Steuergeldern illegale Hühnerbatterien

EU-Millionen missbräuchlich in Käfige investiert, die ab 2012 verboten sind

Wien (OTS) - Laut Recherchen der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat Zouras, der größte Eierproduzent Griechenlands, zwischen 2000 und 2006 insgesamt 9,8 Millionen Euro in Käfigbatterien investiert, die ab 2012 EU-weit verboten sind. Davon kamen 6,86 Millionen Euro aus EU-Mitteln! Der Handel mit Eiern aus illegaler Käfighaltung ist ab 1.1.2012 EU-weit verboten.

"Angesichts des griechischen Schuldensumpfs ist es ungeheuerlich, dass EU-Gelder derart verpulvert wurden! Das ist nicht nur ein Missbrauch unserer Steuergelder sondern auch ein Schlag ins Gesicht der Landwirte in den Ländern, die rechtzeitig auf gesetzeskonforme Alternativsysteme umgestellt haben", sagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Ab 2012 sind in der EU zwar immer noch modifizierte 'Alibi-Käfige' erlaubt, aber die Griechen haben unser Geld sogar für illegale Uralt-Käfige verschwendet. Die österreichischen Landwirte waren gut beraten, rechtzeitig auf käfigfreie Haltungsformen umzustellen. Denn auch die neuen Käfige mit sinnlosem Schnickschnack sind unpraktikabel und tierquälerisch und daher eine Fehlinvestition."

650.000 Hennen vegetieren bei Zouras derzeit in sechs Stallungen vor sich hin - in qualvoller Enge zusammengepfercht. Sie sind zu Legemaschinen degradiert, mit einer festgelegten Leistungserwartung von rund 300 Eiern pro Huhn pro Jahr (insgesamt etwa 200 Millionen Eier). Diese Tierqual-Eier findet man in ganz Griechenland. In vielen Fällen fehlt auf der Packung die vorgeschriebene Deklaration des Haltungssystems. Nur anhand des Stempels auf dem Ei kann man die Käfig-Eier identifizieren, z.B. durch den Aufdruck 3 EL 71001, wobei "3" für Käfighaltung steht. Technisch gesehen dauert es rund vier Monate, um eine Stallung gemäß der neuen Gesetzgebung umzubauen. Da es sich um sechs Stallungen handelt, würde Zouras rund zwei Jahre brauchen, um komplett umzustellen. Doch Zouras hat noch nicht einmal mit dem Umbau einer einzigen Halle begonnen. Den Betrieb einfach so weiterzuführen wie bisher, ist für Zouras jedoch ab Jänner keine Option mehr. VIER PFOTEN ruft die griechischen Behörden auf, verstärkt Kontrollen durchzuführen und alle Legebatterien bis Ende 2011 zu schließen. "Wenn nicht jeder Betrieb wenigstens die ohnehin unzureichenden EU-Vorgaben erfüllt, werden wir die EU-Kommission auffordern, direkt nach der Silvesterparty einzuschreiten", fügt Stadler hinzu.

Aber es ist nicht nur der Betrieb Zouras, der die EU-Regelung nicht einhalten wird. Über 4,5 Millionen Hennen werden in Griechenland noch in konventionellen Käfigbatterien gehalten. Sie machen damit rund 90% der gesamten Bestände aus, und das obwohl die Einführung des EU-weiten Käfigverbots seit 1999 feststeht. Die EU-Kommission hat das Verbot in der Richtlinie 74/EC/1999 festgelegt. Europäische Landwirte hatten also 12 Jahre Zeit für die entsprechenden Umstellungen. "Griechenland ist seit 1981 Mitglied der EU, es gibt also keine Ausrede. Wir haben auch ein Rechtsgutachten vorliegen, das bestätigt, dass alle Betriebe mit konventionellen Käfigbatterien schließen müssen. Das sollte den griechischen Behörden eine Warnung sein und ein Grund zu großer Besorgnis für die EU-Kommission", sagt Stadler.

VIER PFOTEN hat sich schriftlich an alle EU-Mitgliedsstaaten gewandt und nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen für das Verbot der konventionellen Legebatterien gefragt. Einige Staaten haben inzwischen geantwortet und es stellt sich heraus, dass die Staaten, die der Regelung fristgemäß nachkommen werden, besorgt sind, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen mit Ländern kommen wird, die das Verbot missachten. Kürzlich hat VIER PFOTEN bereits einen Betrieb in Rumänien entlarvt, der EU-Gelder in das ab Jänner illegale Haltungssystem gesteckt hat. Und Eier aus z.B. polnischen oder slowakischen Legebatterien werden von VIER PFOTEN-Mitarbeitern immer wieder auch bei uns entdeckt, da sie durch den Eierstempel zugeordnet werden können.

Druckfähige Fotos bzw. sendefähiges Videomaterial von alten und auch neuen Käfigen steht auf Anfrage honorarfrei zur Verfügung.

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Anita Hauser
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