Bischof Schwarz fordert mehr Solidarität mit Christen in Nahost

"Initiative christlicher Orient" (ICO) berät über Folgen des "arabischen Frühlings" für christliche Minderheiten

Salzburg, 19.09.11 (KAP) Mit einem Aufruf für mehr Solidarität mit den Christen im Nahen Osten hat der Linzer Bischof Ludwig Schwarz am Montag die Jahrestagung der "Initiative christlicher Orient" (ICO) im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil eröffnet. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche in der arabischen Welt würden für die Christen große Gefahren aber auch Chancen mit sich bringen, so Schwarz. Noch sei völlig ungewiss, ob der "arabische Frühling" auch für die christlichen Minderheiten einen Aufbruch bedeuten könne "oder ob sie von den Ereignissen überrollt werden".

Für den Nahostexperten P. Frans Bouwen liegt der Schlüssel für die Zukunft der Christen im Nahen Osten in einem dauerhaften Frieden in der Region. Dazu könne auch der Westen entscheidend beitragen, appellierte Bouwen sowohl an die politisch wie kirchlich Verantwortlichen. Der belgische Priester, der dem Orden der Weißen Väter angehört, wirkt seit 30 Jahren in Jerusalem.

Die Beispiele Irak und Ägypten zeigten, dass Minderheiten sofort unter Druck geraten, sobald eine zentrale staatliche Autorität fehlt, so Bouwen. Politische, ethnische und religiöse Extremisten würden sofort dieses Machtvakuum nützen. Insofern könne man auch die zögerliche Haltung der christlichen Kirchen in Syrien verstehen, die sich bis jetzt nicht offen gegen das Regime gestellt hätten.

Das Probleme der Auswanderung von Christen sei im gesamten Nahen Osten allgegenwärtig, schilderte Bouwen. Zugleich warnte er davon, dass Kirchenvertreter allzu sehr das Schreckensgespenst eines Orients ohne Christen an die Wand malten. Damit werde den verbleibenden Christen vor Ort die letzte Hoffnung genommen.

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