JW-Roth: "Wir wollen und können dieses Erbe nicht antreten"

Generationenpartnerschaft muss kommen

Wien (OTS/PWK647) - Die Junge Wirtschaft (JW) fordert im Rahmen ihrer 18. Bundestagung dieses Wochenende in St. Pölten von den politischen Entscheidungsträgern endlich Mut zur Tat und die Durchführung dringenderReformen bei Schulden, Pensionen und Steuern."Die Zukunft der jungen Generation steht auf dem Spiel und darf im täglichen Polit-Hick-Hack nichtleichtfertig "verzockt" werden", so Roth.
"Derzeit fallen mehr oder weniger alle politischen Entscheidungen in Österreich ohne Mitsprache derer, die in Zukunft dafür bezahlen sollen - uns Junge. Das ist so wie Vertrag zu Lasten dritter, und so etwas istbekanntlich verboten. Wir brauchen in Österreich eine Generationenpartnerschaft, in der die Jungen mitentscheiden, " meint Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. Die Jungen müssten gleichberechtigt etwa mit den Seniorenvertretern mit am Tisch sitzen, wenn es um die Frage von Pensionserhöhungen geht. "Eine ehrliche Generationenpartnerschaft funktioniert nur, wenn alle auf Augenhöhe mitreden, so wie in derSozialpartnerschaft. Die würde auch nicht funktionieren, wenn nur Arbeitgebervertreter und Landwirte etwas zu sagen hätten", so Roth.

Generationenpartnerschaft soll kommen

Eine Generationenpartnerschaft, genauso wie eine Generationen-Verträglichkeitsprüfung von Gesetzen und Regelungen könnte helfen, endlich nachhaltige Politik zu machen und Reformen zu fördern. "Egal ob Schulden, Pensionen oder Steuern: Es herrscht Stillstand auf Kosten der jungen Generation. Die österreichischen Staatsschulden haben sich inzwischenauf 215 Milliarden Euro aufgetürmt. Alleine die jährliche Zinslast von über 8 Milliarden Euro beträgt mehr als das Budget für die Universitäten", betont Roth. Und auch bei den Pensionen sieht es nicht rosig aus. "Das aktuelle Pensionssystem ist mit einem Pyramidenspiel vergleichbar, bei dem diejenigen, die früher einbezahlt haben, nur dann etwas herausbekommen, wenn spätere Teilnehmer mindestens gleich viel beitragen", so Roth, "uns wird gerade eine Erbschaft bereitet, die wir nicht bereit sind zu übernehmen. Denn sie frisst unsere Zukunftsperspektiven auf." Die Ausgaben für Schulden und Pensionen zusammen betragen inzwischen fast 40% der gesamten Staatsausgaben.

Junge fordern gerechtes Steuersystem

"Die aktuelle Logik unseres Steuersystems ist schlichtweg ungerecht: Streng' dich an, dann wird dir genommen. Ruh' dich aus, und du wirst versorgt. Das bestraft Leistung und fördert die Hängematte anstatt die eigene Initiative", bilanziert Roth. Inzwischen sind nur mehr 48% der österreichischen Bevölkerung Erwerbstätige, der Rest nicht. Von den 3,9 Millionen Erwerbstätigen sind wiederum ganze zwei Millionen Nettotransferbezieher. Das heißt, sie bekommen mehr aus dem System als sie einzahlen. "Dass sich das auf Dauer nicht mehr ausgehen kann, ist für jeden klar ersichtlich. In diesem Zusammenhang muss man fragen, wie viele Staatsmänner und -frauen wir noch in Österreich haben", repliziert Roth auf den berühmten Ausspruch des ehemaligen britischen Premierministers Gladstone. Dieser meinte: "Politiker schauen auf die nächsten Wahlen, Staatsmänner auf die nächste Generation."

Forderungen der Jungen Wirtschaft

"Aus den angeführten Gründen fordern wir von der Politik Mut zur Tat und endlich echte Reformen, in den zukunftsrelevanten Bereichen. Konkret bedeutet das, eine Verbesserung des Steuersystems, Eindämmung der Frühpensionen, Abschaffung der Hacklerregelung und Einführung der Pensionsautomatik sowie eine Verwaltungsreform um unnötige Ausgaben einzusparen", fordert Roth abschließend. (JR)

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