"profil": Rechnungshof: Gasometer-Mall 2009 pleite

Shopping Center im Gasometer konnte laut RH-Rohbericht durch Forderungsverzicht knapp gerettet werden

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, war das Shopping Center im Wiener Gasometer Ende 2009 pleite. Dies geht aus einem vertraulichen Rohbericht des Rechnungshofs (RH) vom 29. Juni heurigen Jahres hervor. Laut RH-Prüfung entstand der Gasometer-Mall "durch die jährlichen hohen Verluste bis zum Jahresende 2009 ein Bilanzverlust von 20,95 Millionen Euro und ein negatives Eigenkapital von 16,14 Millionen Euro". Der Konkurs konnte laut RH-Bericht nur durch drastische Maßnahmen abgewendet werden. Die Gesellschafter verzichteten auf 12,8 Millionen Euro, eine Bank auf 2,58 Millionen Euro, die Gemeinde Wien erließ die Stromrechnungen.

Wie "profil" weiter berichtet, schätzt der Rechnungshof die derzeitige wirtschaftliche Situation des Shopping Centers als dramatisch ein. So konnte die Gasometer-Mall im bisherigen Jahresverlauf laut RH "für mehr als die Hälfte der insgesamt vermietbaren Fläche keine Miet- bzw. Pachteinnahmen erzielen". Es sei dringend notwendig, "die hohen Leerstehungen zu reduzieren, um dadurch die Einnahmensituation zu verbessern".

Kritik übt der Rechnungshof überdies am Management des Shopping Centers. So entstehe durch die mangelhafte Abrechnung der Betriebskosten ein jährlicher Schaden von 214.000 Euro. Überdies empfiehlt der Rechnungshof der Geschäftsführung, "Verträge in Hinkunft aus Gründen der Rechtssicherheit schriftlich abzufassen".

Die 2001 eröffnete Gasometer-Mall in Simmering wird von der "Gasometer Shopping und Entertainment-Center Vermietungs GmbH" (GSE) betrieben. Die GSE gehört über Mutterunternehmen je zur Hälfte der gemeindeeigenen Baugesellschaft Gesiba und der Wohnbaugesellschaft der Privatangestellten-Gewerkschaft.

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