Patientenanwalt Bachinger: "Fassungslos über wahltaktische Spiele der Ärzte auf dem Rücken der Patienten"

Erfolg des Pilotprojektes zur e-Medikation darf nicht den Launen einzelner Ärztekammerfunktionäre überlassen werden

Wien (OTS) - "Aus der Sicht der Ärzte mag es ein gewisses Dilemma darstellen, aus der Sicht der Patienten ist die Haltung der Ärzte zum Pilotprojekt e-Medikation ein absoluter Skandal", so der Kommentar von Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger zu den jüngsten divergierenden Beschlüssen innerhalb der Ärztekammer-Organisation.

Bachinger weiter: "Der Erfolg des Pilotprojektes e-Medikation, der schließlich die Basis für die Überführung in den Regelbetrieb im nächsten Jahr bildet, soll nun davon abhängen, ob der einzelne Arzt der Empfehlung des Vorstandes der Bundes-Ärztekammer oder jener der Wiener Landeskammer folgt." Diese Empfehlung sei absolut verantwortungslos und nur mit blank liegenden Nerven innerhalb der ärztlichen Interessenvertretung im Vorfeld der Kammerwahlen zu erklären.

Denn die Ärztevertreter haben öffentlich erklärt, dass durch die Zusage von Gesundheitsminister Alois Stöger (S) und das Gutachten der Finanzprokurator die Rechtssicherheit nun wieder gegeben ist und alle Auflagen der Vollversammlung der Ärztekammer vom Juni damit erfüllt worden seien.

Zusätzlich wurde auch immer wieder betont, wie wichtig die e-Medikation für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten wäre. Zumindest die Wiener Ärzte haben mit ihrem Beschluss diese Aussagen "Lügen" gestraft.

Bachinger fordert die Ärzte daher neuerlich auf, im Interesse der Patienten ihre wahltaktischen Spiele sofort zu beenden und konstruktiv und "ohne jedes wenn und aber" in alle Pilotprojekte zurückzukehren. Die Zeit für eine elektronische Erfassung von verschriebenen und eingenommenen Medikamenten bei Patienten sei mehr als reif, betont Bachinger. Untersuchungen in Deutschland - unlängst veröffentlicht im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" - sprechen davon, dass in unserem nördlichen Nachbarland jährlich bis zu 57.000 Patienten an unerwünschten Arzneimittelfolgen sterben und mehr als die Hälfte dieser Todesfälle vermeidbar wäre.

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