VSStÖ: Echte Beihilfenreform statt Abtausch gegen Studiengebühren

Forderung nach der Wiedereinführung der Studiengebühren führt dringend notwendige Verbesserungen bei Beihilfen ad absurdum

Wien (OTS) - Der Verband sozialistischer Student_innen (VSStÖ) begrüßt das Vorhaben Töchterles, das Studienbeihilfensystem zu verbessern, lehnt die Forderung nach einer Wiedereinführung der Studiengebühren jedoch entschieden ab.

"Das Beihilfesystem in Österreich ist löchrig und bei weitem nicht ausreichend. Knapp 55% beziehen Familienbeihilfe, nur 18% Studienbeihilfe mit einer durchschnittlichen Höhe von nur 280 EUR monatlich. Vergleicht man diese Zahlen mit der über 60-prozentigen Erwerbstätigkeitsquote unter Studierenden, sollte klar sein, dass das System weder sozial treffsicher noch existenzsichernd ist.", erklärt die Bundesvorsitzende des VSStÖ, Mirijam Müller, und verweist auf die eindeutigen Ergebnisse der Studierendensozialerhebung 2009.

"Wir fordern schon lange die Ausweitung des Bezieher_innenkreises der Studienbeihilfe. In Töchterles präsentiertem Verbesserungsplan fehlen jedoch viele wichtige Maßnahmen. Die Höchststudienbeihilfe wurde seit Jahren nicht inflationsangepasst und muss dringend angehoben werden. Wir vermissen auch die Direktauszahlung der Familienbeihilfe in diesem Maßnahmenkatalog. Langfristig kann eine echte Beihilfenreform nur in einem existenzsichernden Grundstipendium für alle Studierenden liegen.", so die Bundesvorsitzende weiter.

"So positiv die geplanten Verbesserungen im Beihilfesystem scheinen, umso ärgerlicher stimmen mich die wiederholten Forderungen nach Studiengebühren. Als Wissenschaftsminister kann Töchterle nicht wollen, dass wie schon 2001 wieder 45.000 Studierende ihr Studium abbrechen müssen. Auch damals hat es Beihilfen gegeben. Dennoch hat diese finanzielle Mehrbelastung tausende junge Menschen von den Hochschulen gedrängt. Das ist absolut unverantwortlich.", so die Bundesvorsitzende abschließend.

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