Energiezukunft im Gebäudebereich - Kleiner Schritt statt großer Wurf im Baurecht

OIB Richtlinie 6: Aktuelle Reform des Baurechts reduziert Energieverbrauch und damit Heizkosten nur bescheiden

Wien (OTS) - "Runter mit dem Energieverbrauch und rein mit den Erneuerbaren", bringt Franz Roland Jany, Geschäftsführer der Gemeinschaft Dämmstoff Industrie (GDI), seine Philosophie der Energiezukunft auf den Punkt. Nur so kann der Energieverbrauch bei Gebäuden sozial, klimafreundlich und auch realistisch sein, auch in Hinblick auf die Klima- und Energieziele 2020 der Bundesregierung. Verbrauchssenkungen müssen Vorrang haben, denn auch die erneuerbaren Energien stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Mit der aktuellen Erneuerung der baurechtlichen Bestimmungen in Österreich wurde allerdings nur ein kleiner Schritt in Richtung zukunftsorientierte Energiepolitik gesetzt, der große Wurf im Gebäudebereich wurde verabsäumt.

Rund 40% des Gesamtenergieverbrauches in Österreich fällt auf den Gebäudebereich und hier wiederum wird der Großteil der Energie in der kalten Jahreszeit wortwörtlich verheizt. "Sind schlecht gedämmte Gebäude schon heute unverantwortlich, so sind sie morgen schlichtweg energetischer Wahnsinn", so Jany. Mit den aktuellen Änderungen im Baurecht wird in Österreich leider nur ein kleiner Schritt hin zum intelligenten Umgang mit Energie gesetzt: "Bis 2020 müssen schrittweise die Bestimmungen verschärft werden, sonst werden wir wie bei Kioto scheitern", mahnt Jany die Verantwortung der Politik ein.

Baugesetze: Auf das Kleingedruckte kommt es an

2020 dürfen laut EU nur mehr "nearly zero energy houses" errichtet werden. Um dieses Ziel ohne plötzliche Einschnitte und sozial verträglich umsetzen zu können, ist die schrittweise Anhebung der Grenzwerte der einzig sinnvolle Weg. Wichtig sind dabei die konkreten Werte, die vom Österreichischen Institut für Baurecht (OIB) verabschiedet und dann im Landesgesetz umgesetzt werden. Und hier ist leider noch kein Durchbruch erfolgt: Zwar bleibt der HWB (Heizwärmebedarf) die zentrale Kennzahl für den Wärmeschutz bei Gebäuden, allerdings tummeln sich dabei auf der ersten Seite des Energieausweises auch noch andere Kennzahlen, die in dieser Form mehr verwirren, als informieren. Der HWB wird von heute 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter jährlich bis 2020 auf rund 10 bis 20 kWh/m2a zu senken sein. "Das ist auch sozial eine riesen Chance, denn die Mehrkosten, die heute durch hochwertige Dämmung anfallen, kommen morgen durch die Ersparnis der Heizkosten zigfach wieder herein", so Jany.

Vision2020: Null fossil im Haus

"Die Zeit des billigen Öls ist vorbei, und die alternativen Energien sind zwar erneuerbar, stehen aber nicht unbegrenzt zur Verfügung. Dennoch wird es notwendig sein, vor allem in Blickrichtung 2020 oder der angestrebten Energieautarkie 2050 der Bundesregierung, die fossilen Energien aus dem Gebäudebereich zu drängen - und stattdessen auf Biomasse, Solarthermie und Co zu setzen. Null fossil im Haus ist dabei eine, im wahrsten Sinne des Wortes lohnende Vision 2020", so Jany. "Die beste Energie ist die, die nicht gebraucht wird, somit auch nicht produziert und bezahlt werden muss. Hochwertige Dämmung reduziert das Energieaufkommen und die Kosten dafür nachhaltig."

Chance im Altbestand verabsäumt

"Das wichtigste klimapolitische Asset wurde in der OIB Richtlinie 6 allerdings nicht weiterentwickelt. Hier kommt es zu keiner Senkung des Energieverbrauchs durch den Gesetzgeber", analysiert Jany kritisch. "Ohne die ist aber eine nachhaltige Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich nicht möglich und ohne diese werden wir alle Klima- und Energieziele, wie 2020 oder 2050, mit Sicherheit verfehlen." Erst 2014 gibt es die nächste Chance zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich. Dann nämlich wird die Richtlinie 6, also das Baurecht, erneut novelliert. "Bis dahin müssen wir es schaffen, den notwendigen Handlungsbedarf bei der Politik und den zuständigen Gremien erreicht zu haben, um eine zukunftsorientierte Energiepolitik im Gebäudebereich zu etablieren -vor allem zum Wohle künftiger Generationen", schließt Jany.

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Georg Huemer
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Mag. Franz Roland Jany,
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