Stromkennzeichnung: Kontrolle und Sanktionen sinnvoll

GLOBAL 2000 sieht viele positive Ansätze in der heute veröffentlichten Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control, fordert aber strikte Kontrollen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die Ansätze zu mehr Transparenz in der heute veröffentlichten Stromkennzeichnungsverordnung der Aufsichtsbehörde E-Control. "Wichtige Anregungen der Umweltschutzorganisationen wurden aufgegriffen, so führt ein neuer Verordnungspunkt im vorliegenden Entwurf dazu, dass das Ursprungsland der Herkunftsnachweise angegeben werden muss. Ab Inkrafttreten der Verordnung können die StromkundInnen jetzt entscheiden, ob sie lieber Herkunftsnachweise aus heimischer Erzeugung oder aus dem Ausland importierte Nachweise für ihren Strom beziehen wollen", kommentiert Reinhard Uhrig, Atom-und Energieexperte von GLOBAL 2000. "Dieser Schritt in Richtung Transparenz ist ein erster Schritt in Richtung völliger Rückverfolgbarkeit von Strom - und damit völliger Transparenz für die StromkundInnen, ebenso wie die verschärften Spielregeln für die zeitliche Gültigkeit der Nachweise."

Graustrom muss Farbe bekennen

Nach dem Atomstrom-Gipfel der Bundesregierung mit den Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 und Vertretern der Energiewirtschaft am 1. Juli ist absehbar, dass endlich die Abgabe von "Strom unbekannter Herkunft" an EndkundInnen in Österreich in der nächsten ElWOG-Novelle verboten wird. Das bedeutet, dass für 17,5 Prozent der gesamten an StromkundInnen abgegebenen Elektrizität, die bisher als "Strom unbekannter Herkunft" oder so genannter "Graustrom" durch die Lücken der Kennzeichnungspflicht rutschten, voraussichtlich ab 1. Juli 2012 Herkunftsnachweise vorgelegt werden müssen. "Der ,Graustrom' wird also endlich Farbe bekennen müssen und auch um die klare Kennzeichnung als Atomstrom nicht mehr herumkommen", freut sich Uhrig. Diese Neuerung muss allerdings in einer Novelle des Bundesgesetzes ElWOG geregelt werden. "Jetzt schon legt die Stromkennzeichnungsverordnung weitere Grundlagen dafür, dass hier nicht mit billigen Zertifikaten aus dem Ausland Dreck-Strom umetikettiert werden kann."

Kontrollen und Durchsetzen des Gesetzes

Die Verordnung regelt grundsätzlich einen Bereich, für den es eine klare gesetzliche Grundlage gibt, das Elektrizitätswirtschafts- und Organisations-Gesetz (ElWOG), in der Fassung 2010 seit 3. März in Kraft. "Hier sind ganz klare Sanktionen für Verstöße gegen die Stromkennzeichnungspflicht dargelegt - wir hatten in unserer Stellungnahme wieder einmal darauf hingewiesen, dass sich viele Versorger nicht an den Wortlaut des Gesetzes halten und z. B. auf Print-Werbematerial und auch auf den Homepages nicht die vorgeschriebenen Angaben machen", so Uhrig. "Eine konsequente Durchsetzung des Gesetzes durch die Aufsichtsbehörde ist jetzt, nach dieser weiteren Verdeutlichung und Verschärfung der Spielregeln in der Verordnung, dringen nötig - wir werden uns in den nächsten Wochen die Homepages der Energieversorger ansehen und dann beurteilen, ob die gesetzlichen Vorgaben und die Vorgaben der Stromkennzeichnungsverordnung umgesetzt werden."

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
presse@global2000.at
www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0002