Allianz Vermögensreport: Österreicher zweitbeste Schuldner in Westeuropa

Wien (OTS) - In Westeuropa haben nur private Haushalte in Belgien weniger Schulden als Herr und Frau Österreicher, wie der aktuelle Allianz "Global Wealth Report" zeigt. Im weltweiten Vergleich rangiert Österreich beim Pro-Kopf-Vermögen an 18. Stelle, das globale Brutto-Geldvermögen hat mit 95 Billionen Euro einen neuen Rekordwert erreicht. In Sachen Vermögensbildung legen Versicherungen in der Gunst der Österreicherinnen und Österreicher zu.
"Der globale Trend zu mehr Sicherheit bei der Vermögensbildung steht auch hierzulande hoch im Kurs: Herr und Frau Österreicher setzen bei privater Vorsorge zunehmend auf die Lebensversicherung", kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, die aktuellen Ergebnisse des Allianz Global Wealth Report.

Private Verschuldung: Österreicher mit zweitniedrigsten Schulden in Westeuropa

In der Allianz Studie "Global Wealth Report" wurde die Vermögens-und Schuldenlage der privaten Haushalte in 50 Ländern analysiert. Im Umgang mit privaten Schulden hat bei den Haushalten ein Umdenken eingesetzt: Die Schuldenquote (Schulden der privaten Haushalte in Prozent des BIP) hat sich im globalen Maßstab seit Ende 2007 um 3,5 Prozentpunkte auf 67 Prozent verringert. Hinter diesem Wert verstecken sich jedoch große regionale Unterschiede, die eng mit der Vermögenshöhe korrelieren: Private Verschuldung ist vor allem ein Problem der reicheren Länder, wo die Schuldenquote im Durchschnitt bei 88 Prozent liegt. In den ärmeren Ländern liegt sie dagegen gerade einmal bei 20 Prozent. Gäbe es ein Maastricht-Ziel für private Haushalte, so wären die Österreicher im Europavergleich mit einer privaten Schuldenstandsquote von 57,7 Prozent westeuropäischer Musterschüler, nur getoppt von den Belgiern (55,7 Prozent). Auf den Plätzen drei und vier folgen die Italiener (58,0 Prozent) und die Deutschen (61,6 Prozent). "So manche Regierung könnte sich bei ihren Bürgern ein Beispiel nehmen", so Littich. Den höchsten privaten Schuldenstand haben die Dänen (153,0 Prozent).

Pro-Kopf-Vermögen: Schweiz auf Platz 1, Österreich hinter Deutschland

Die kräftige Erholung der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr hat sich auch für die Sparer bezahlt gemacht: Das globale Brutto-Geldvermögen kletterte 2010 um 6,2 Prozent auf insgesamt 95.300 Milliarden Euro. Damit wird der bisherige Rekordwert des Jahres 2007 übertroffen. Mit einem durchschnittlichen Brutto-Geldvermögen von 59.346 Euro pro Kopf gehört Österreich erwartungsgemäß zu den reicheren Ländern. Allerdings rangiert es nur auf Platz 18 der Rangliste der reichsten Länder, direkt hinter Deutschland. Wie im letzten Jahr wird diese Liste mit großem Abstand von der Schweiz mit 207.393 Euro angeführt, die bei diesem internationalen Vergleich allerdings von der Aufwertung des Franken profitierte. Auf den Plätzen 2 bis 5 folgen die USA, Japan, Dänemark und die Niederlande.

Trend zu Sicherheit bei Vermögensbildung

Darüber hinaus bewährt sich seit der Finanzkrise auch die vergleichsweise konservative Anlagestruktur, die zunehmend nicht nur für Österreich charakteristisch ist. Weltweit und dabei besonders in den reicheren Ländern ist der Trend hin zu sicheren Anlagen unübersehbar. Seit 2000 hat der Anteil von Bankeinlagen am Vermögensportfolio weltweit um gut vier Prozentpunkte zugelegt (von 28 auf 32 Prozent), Versicherungen (29 auf 31) um 2 Prozent, der von Wertpapieren hat hingegen rund fünf Prozentpunkte (von 40 auf 35) verloren.

In Österreich ging der Anteil an Bankeinlagen am Vermögensportfolio in der letzten Dekade um fünf Prozentpunkte (von 51 auf 46 Prozent) zurück; Versicherungen (von 17,6 auf 19,3 Prozent) und Wertpapiere (von 31 auf 33 Prozent) legten um rund zwei Prozentpunkte zu. "Die Ergebnisse zeigen, dass Herr und Frau Österreicher den Bedarf für private Vorsorge erkennen. Angesichts des demographischen Wandels und seiner Herausforderungen können sich die Sparer die Flucht in renditeschwache Anlagen wie das Sparbuch eigentlich nicht leisten", so Littich. In diesem Zusammenhang sei die Lebensversicherung die einzige Sparform, welche nicht nur eine Leistung an sich, sondern auch die Höhe der Pension über lange Zeithorizonte garantieren kann, erklärt Littich. "Unsere Gesamtverzinsung liegt seit drei Jahrzehnten im Schnitt 3,55 Prozent-Punkte über der Inflationsrate", so Littich. Das Geld sei zudem konkurssicher und werde von einem externen Treuhänder einmal pro Monat nach dem strengen Niederstwertprinzip kontrolliert. Die Ängste der Menschen, dass die Inflation ansteigt und dadurch der Wert ihrer Lebensversicherung sinkt, seien unbegründet. "Denn wenn die Inflation ansteigt, steigt auch die Gewinnbeteiligung. Lebensversicherung ist somit der beste Inflationsschutz", resümiert Littich.

Ausblick: Globaler Mittelstand entsteht

Trotz des sehr unterschiedlichen Tempos der Vermögensentwicklung -in den etablierten Industrieländern war das durchschnittliche Wachstum deutlich niedriger als in der übrigen Welt - sind Illusionen über das globale Wohlstandsgefälle jedoch fehl am Platze. Mit Blick auf das Durchschnittsvermögen ist die Lücke noch immer gewaltig: auf Basis der Wechselkurse Ende 2010 ist sie in den zurückliegenden zehn Jahren sogar auf knapp 90.000 Euro weiter angewachsen. Allerdings gelingt immer mehr Haushalten aus den ärmeren Regionen der Welt der Sprung in die globale Vermögensmittelschicht, die der "Global Wealth Report" bei einem Brutto-Geldvermögen pro Kopf zwischen 6.000 Euro und 36.200 Euro ansiedelt. "Mittlerweile gehören 300 Millionen Menschen aus den Entwicklungs- und Schwellenländern zur globalen Vermögensmittelschicht, d.h. mehr als die Hälfte dieser wachsenden Gruppe kommt nicht mehr aus den "alten" Industrieländern. Dies wird profunde Auswirkungen auf die weltweiten Finanz- und Vermögensmärkte haben", erklärt Allianz SE Chefvolkswirt Dr. Michael Heise. Auch das Gesicht der Vermögensoberschicht wird immer globaler. Heute leben bereits mehr als 10 Prozent dieser Haushalte in den Entwicklungs- und Schwellenländern. "Dies zeigt wieder: Die Lösung unserer gegenwärtigen Krisen und damit die Rückgewinnung des Vertrauens der Anleger haben weitreichende Konsequenzen für das Sparverhalten - und damit eine enorme langfristige Tragweite auch für die nächste Generation", so Heise abschließend.

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