Sicht- und Termineinlagen steigen leicht, ebenso die Bilanzsumme

Unkonsolidierte Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken im ersten Halbjahr 2011

Wien (OTS) - Der Stand der unkonsolidierten Bilanzsumme wies einen Anstieg (+14,18 Mrd EUR im ersten Halbjahr 2011) auf, der großteils auf das Geschäft mit ausländischen Banken zurückzuführen war. Der Stand der Auslandsforderungen erhöhte sich um 3,5% und die Auslandsverbindlichkeiten um 1,5%. Durch eine ähnliche Entwicklung der Einlagenstände und der Direktkredite im ersten Halbjahr 2011 fiel die unkonsolidierte Loan-Deposit-Ratio im Kundengeschäft nur leicht um 0,6 Prozentpunkte auf niedrige 109,9%. Der Stand der Sicht- und Termineinlagen erhöhte sich um 2,79 Mrd EUR bzw. 1,73 Mrd EUR. Die Spareinlagen (-0,1%) blieben jedoch mit einem Anteil von 54,6% an allen Einlagen die bedeutendste Einlagenkategorie.

Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute belief sich Ende Juni 2011 auf 992,74 Mrd EUR. Gegenüber Ende 2010 wurde ein Zuwachs von 1,4% festgestellt. Die Top-Ten-Banken gemessen an der Bilanzsumme erreichten Ende Juni 2011 einen Anteil von 50,6% (+0,6 Prozentpunkte).

Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2010 um 1,5% auf 285,95 Mrd EUR zu. Das Einlagenwachstum war volkswirtschaftlich mehrheitlich auf Nichtbanken-Finanzintermediäre (+12,3%) zurückzuführen. Auch bei den beiden Gruppen nichtfinanzielle Unternehmen (+2,8%) und private Haushalte (+0,4%) waren Zuwächse zu beobachten. Der Anstieg bei den Sichteinlagen war mehrheitlich auf Nichtbanken-Finanzintermediäre (+1,77 Mrd EUR) zurückzuführen, jener bei den Termineinlagen auf die nichtfinanziellen Unternehmen (+1,00 Mrd EUR). Der Rückgang bei Spareinlagen war stark durch die privaten Haushalte beeinflusst (-0,28 Mrd EUR). Ende Juni 2011 verteilten sich die Einlagen auf 54,6% Spareinlagen (156,07 Mrd EUR), 32,3% Sicht-einlagen (92,48 Mrd EUR) und 13,1% Termineinlagen (37,40 Mrd EUR). Der Anteil der Top-Ten-Banken im Bereich der Einlagen ging leicht von 41,9% auf 41,3% zurück.

Der Stand der Auslandsforderungen erhöhte sich im ersten Halbjahr 2011 um 3,5% bzw. 11,06 Mrd EUR und der der Auslandsverbindlichkeiten um 1,5%. Diese Zuwächse gingen hauptsächlich auf das Interbankengeschäft zurück. Die "Forderungen an ausländische Kreditinstitute" stiegen um 10,48 Mrd EUR und die "Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten" um 2,27 Mrd EUR. Im Vergleich dazu war beim Kundengeschäft ein Anstieg von 2,41 Mrd EUR (aktivseitig) bzw. 3,75 Mrd EUR (passivseitig) erkennbar.

Durch die unterschiedlichen Wachstumsraten im 1. Halbjahr 2011 betrug die Nettoforderungs-position österreichischer Kreditinstitute gegen das Ausland 87,94 Mrd EUR (+7,38 Mrd EUR). Ende Juni 2011 lag der Anteil der Auslandsaktiva (330,06 Mrd EUR) an der Bilanzsumme bei 33,3% und jener der Auslandspassiva (242,12 Mrd EUR) bei 24,4%. Die Top-Ten im Auslandsgeschäft kamen auf einen Anteil von 66,5% gemessen an der Bilanzsumme, welcher gegenüber 12/2010 (65,4%) anstieg.

Der Stand der Direktkredite war im Vergleich zum Ultimo 2010 leicht ansteigend und bezifferte sich Ende Juni 2011 auf 314,19 Mrd EUR (+1,0%). Die Direktkredite an inländische Nichtbanken überstiegen Ende Juni 2011 die entsprechenden Verbindlichkeiten (285,95 Mrd EUR) um 28,24 Mrd EUR.

Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende Juni 2011 93,98 Mrd EUR, was einem Anstieg von 1,9% entsprach. Mit 74,56 Mrd EUR entfielen rund 80% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (Eigenmittelquote bzw. solvency ratio) betrug 19,3%.

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