Schönborn kündigt "missionarische Reform" für Erzdiözese Wien an

Wiener Erzbischof setzt auf viele kleine "Keimzellen des Glaubens", geistliche Zentren und pfarrübergreifende Kooperationsformen -Aufrechterhaltung der bisherigen Strukturen wenig zukunftsfähig

Wien, 14.09.11 (KAP) Die Grundzüge der kommenden Kirchenreform in der Erzdiözese Wien hat Kardinal Christoph Schönborn bekanntgegeben. In seinem Leitartikel für die aktuelle Ausgabe der Mitarbeitermagazins "thema kirche" betont Schönborn, dass an erster Stelle der Grundauftrag Jesu an seine Kirche stehe, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden. Kirche sei kein Selbstzweck:
"Mission ist ihr Grundauftrag", so Schönborn, der wörtlich deshalb auch von einer "missionarischen Reform" spricht: "Das ist der Maßstab für all unser Tun. Von da her müssen wir uns der Frage stellen: Welche Strukturen helfen uns dabei und welche nicht (mehr)?" In der Forderungen nach "Regeländerungen", etwa was die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt betrifft, die "wenn überhaupt nur von der Weltkirche vorgenommen werden können", sieht der Wiener Erzbischof keine Lösung der gegenwärtigen Herausforderungen.

Kardinal Schönborn verweist auf den seit drei Jahren laufenden diözesanen Reformprozess "Apostelgeschichte 2010" und die drei bisherigen Diözesanversammlungen. Nun gehe man von der "Nachdenkphase" in die "Handlungsphase" über.

Das von Schönborn skizzierte "Zukunftsbild" sieht so aus, "dass es an vielen Orten verschiedenste Arten von Gemeinschaften von Katholiken und Katholikinnen gibt, die miteinander ihren Glauben leben". Insofern werde die Struktur "kleinteiliger" werden. Zugleich werde es größere Einheiten in verschiedenen Kooperationsformen heutiger Pfarren geben, "um eine lebendige pastorale Arbeit zu fördern und die Gemeinden um geistliche Quellorte zu sammeln".

Dabei würde sich auch manche Aufgabe der Pfarrer und der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "stark verändern". Diese Form der Kirche lebe von der gemeinsamen Verantwortung aller, nicht nur von Amtsträgern.

Der Erzbischof spricht von "vielen Keimzellen des Glaubens um lebendige Zentren mit Strahlkraft". Solche Zentren könnten Pfarren sein, aber auch Klöster, kirchliche Schulen und Krankenhäuser oder auch Caritasstellen.

Für eine solche Reform müsse man auf keine Regeländerung der Weltkirche warten. Schönborn: "Wir können in diesem Augenblick beginnen."

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