MO-Magazin: Integrationsexperte Terkessidis übt scharfe Kritik an Staatssekretär Kurz

Für Terkessidis ist Einwanderungsthema "eine grandiose Spielwiese für Populismus"

Wien (OTS) - In einem Interview in der am Samstag erscheinenden Ausgabe des "MO - Magazin für Menschenrechte" äußert sich der renommierte Integrationsexperte Mark Terkessidis kritisch über Aussagen von Integrationsstaatssekretär Kurz: "Offenkundig hat er eine populistische Agenda", so Terkessidis bezugnehmend auf die Forderung von Kurz, dass in Moscheen auf Deutsch gebetet werden solle. Die Fixierung der Integrationsdebatte auf die deutsche Sprache sei "unverhältnismäßig". Es zeige sich, "dass das Thema Integration in erster Linie durch die nationalistische Brille gesehen wird." Die entscheidende Frage sei, so Terkessidis, ob "das Bildungssystem so beschaffen ist, dass Sprachkenntnisse gut vermittelt werden - unter Berücksichtigung und Wertschätzung der Herkunftssprachen."

Terkessidis stellt im Interview für das von SOS Mitmensch herausgegebene Magazin auch den Sinn der vom Integrationsstaatssekretär geplanten Rot-Weiß-Rot-Fibel für MigrantInnen in Frage: "Wie soll man sich einem Land zugehörig führen, das nicht einmal die offensichtliche Tatsache der Einwanderung akzeptiert hat? Insofern mutet die Fibel schon fast rührend an - wer liest denn so was? Grundsätzlich ist die Vermittlung von Rechten, des Rechtssystems und der Partizipationsmöglichkeiten natürlich eine ganz wichtige Sache. Nur klingt es fast zynisch, wenn man Leuten die "österreichischen Werte" predigen möchte, während man ihnen gleichzeitig seit Jahrzehnten die Staatsbürgerschaft vorenthält."

Zwar sieht Terkessidis positive Entwicklungen auf kommunaler Ebene, insgesamt sei das Thema Einwanderung jedoch "eine grandiose Spielwiese für Populismus."

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