Lehre als Weg nach oben

Eine neue Duale Berufsausbildung, die gleichzeitig den Weg zu Uni und FH öffnet, schlug WK-Präsident Christoph Leitl in Klagenfurt vor.

Klagenfurt (OTS) - "Die Suche nach qualifizierten Fachkräften
ist der Schlüsselfaktor einer positiven Entwicklung im zunehmenden internationalen Wettbewerb - und wer wissen will, wie es geht, wird nach Kärnten kommen." Voll des Lobes zeigte sich heute Österreichs Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bei einem Pressegespräch in der Produktionsschule des neuen Test- und Ausbildungszentrums (TAZ) des WIFI. Diese Ausbildungsstätte richtet sich besonders an Jugendliche mit sozialen oder individuellen Defiziten. Kärntens WK-Präsident Franz Pacher: "Jeder junge Mensch soll die Chance haben, eine Ausbildung zu erwerben, mit der er für ein selbstständiges Berufsleben geeignet ist."

Weiteres Herzstück des TAZ, das am 22. November offiziell eröffnet wird, ist der Testparcours, den künftig jährlich etwa 6000 Jugendliche der 8. Schulstufe durchlaufen sollen. 30 kurze Tests geben Aufschluss über 23 persönliche Fertigkeiten, am Ende steht ein individuelles Stärkendiplom, das die besonderen Talente jedes Jugendlichen beschreibt und bei der beruflichen Orientierung helfen soll. Leitl: "Eine Kärntner Pionierleistung - diese Potentialanalyse ist die unbedingte Voraussetzung für die Nutzung der wichtigsten Ressource, die wir haben: der menschlichen Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten." Dies sei umso wichtiger, als bis 2015 die Zahl der 15-Jährigen pro Jahr von 95.000 auf 85.000 sinken werde. Die Wirtschaft reagiert darauf mit dem Vorschlag einer Dualen mittleren und höheren Berufsbildung (DMHB), die zeitgleich mit AHS-Oberstufe und BHS auf Ebene der 10. Schulstufe beginnt, neben der Fachausbildung auch die Berufsreifeprüfung beinhaltet und damit ohne weitere Hürden auch den Weg in den tertiären Bildungssektor mit Uni, FH und neu zu schaffenden Berufsakademien öffnet. Leitl: "Ein durchgehendes Ausbildungsangebot im Regelschulsystem, das nicht nur gleichberechtigt und gleichwertig zu den bestehenden Bildungswegen, sondern besser für die Nutzung der Lebenschancen der jungen Menschen ist."

Mit diesem Bildungsmodell will Leitl nicht nur die Bedürfnisse der Wirtschaft im Hinblick auf den Fachkräftenachwuchs abdecken, sondern auch gesellschaftlichen Fehlentwicklungen vorbeugen. Der oberste Wirtschaftsvertreter erinnerte an die Jugendaufstände in London, Madrid und anderen Städten, die ihre Ursache darin hätte, dass viele junge Menschen aus dem Beschäftigungssystem hinausgeflogen oder gar nicht erst hineingekommen seien. "Wer glaubt, dass so etwas in Österreich nicht passieren kann, soll sich jene 10.000 Jugendlichen pro Jahr anschauen, die nach der Pflichtschule nichts mehr tun oder eine Lehre abbrechen. Welche Vergeudung, welcher Sprengsatz für eine stabile Gesellschaft." In diesem Sinne seien der Testparcours und die Produktionsschule im TAZ eine der tollsten Innovationen, die Österreich diesbezüglich vorzuweisen habe. Und europaweit einzigartig, ergänzte WK-Präsident Pacher, der das Modell der Dualen Ausbildung unterstützte: "Dadurch ist der Weg nach oben offen."

In die Errichtung des TAZ investieren die Wirtschaftskammer Kärnten und der Zukunftsfonds 5,5 Millionen Euro. Die Produktionsschule wird vom AMS Kärnten mit 500.000 Euro unterstützt. Die Absolvierung des Testparcours und das daraus resultierende individuelle Stärkendiplom wird 20 Euro pro Person kosten, die Aufwendungen für die Anreise übernimmt das WIFI. Geschäftsführer Andreas Görgei: "Woher auch immer die Kärntner Jugendlichen kommen -der Test kostet für jeden gleich viel."

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