Tumpel zu OECD-Bildungsvergleich: Schwachpunkte im Bildungssystem rasch beheben

Zu wenige StudienanfängerInnen, zu viele ohne weiterführenden Abschluss: Bildungsreform darf nicht weiter verzögert werden

Wien (OTS/AK) - "Jetzt müssen die begonnenen Bildungsreformen
rasch fortgesetzt werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zum Abschneiden Österreichs im heute veröffentlichten OECD-Bildungsvergleich. Der AK Präsident sieht vor allem zwei Schwachpunkte: dass im internationalen Vergleich von vornherein zu wenige junge Menschen eine weiterführende Ausbildung abschließen können; und dass der Anstieg des Anteils der StudienanfängerInnen hinter den anderen entwickelten Industriestaaten zurückbleibt. Erfreulich sei die positive Beurteilung der österreichischen Berufsbildung durch die OECD. "Aber wir müssen weitere Schritte setzen", sagt Tumpel. Die begonnenen Bildungsreformen müssen rasch fortgesetzt werden - mit einer gemeinsamen Mittelstufe und mehr Durchlässigkeit in der Schule bis hin zur Studienberechtigung und ausreichender Finanzierung der Hochschulen.

"Unsere jungen Leute dürfen nicht noch mehr ins Hintertreffen geraten", sagt Tumpel. Die wichtigsten Forderungen der Arbeiterkammer zur Bildungsreform:

+ Nur die Hauptschulen in Neue Mittelschulen umzuwandeln, ist zu wenig. Nötig ist eine echte gemeinsame Mittelstufe, damit niemand allein auf Grund der familiären Herkunft bei der Bildung benachteiligt wird.

+ Um den Anteil der Jugendlichen in weiterführenden Ausbildungen zu erhöhen, sollen sämtliche Bildungsabschlüsse bis zur Matura kostenlos nachgeholt werden können. Auf die jüngste Vereinbarung von Bund und Ländern, wonach vorerst Basisbildung und das Nachholen des Hauptschulabschlusses kostenlos angeboten werden, müssen weitere Schritte folgen. Außerdem sind effektive Frühwarn- und Auffangsysteme für Jugendliche nötig, denen droht, vorzeitig am Bildungssystem zu scheitern.

+ Um den Anteil der StudienanfängerInnen schneller als derzeit zu erhöhen, fordert die Arbeiterkammer endlich ausreichende Finanzierung der Universitäten, den deutlichen Ausbau der Fachhochschulen und die Verbesserung des Studienbeihilfensystems. Nötig sind außerdem Verhandlungen auf EU-Ebene, um die Kostenbelastung durch Studierende aus anderen EU-Ländern zu vermindern.

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