Regner: Mehr Kontrolle bei Wirtschaftsprüfern kommt Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern zugute

SPÖ-Europaabgeordnete für Rotationsprinzip, um Gefälligkeitsgutachten zu vermeiden

Wien (OTS/SK) - Die SPÖ-Europaabgeordnete und Finanzexpertin
Evelyn Regner begrüßt die heutige Abstimmung im Europäischen Parlament in Straßburg über das weitere Vorgehen im Bereich der "Abschlussprüfung: Lehren aus der Krise", um einen Beitrag zur Stabilität des Finanzmarktes zu leisten. Regner erläutert am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst: "Zahlreiche Banken haben zwischen 2007 und 2009 gewaltige bilanzielle und außerbilanzielle Verluste verzeichnet, aber dennoch einen sogenannten sauberen Vermerk von den Wirtschaftsprüfern erhalten. Die lückenhaften Regelungen in diesem Bereich sollen in Europa behoben werden. Daher sind die heutigen Beschlüsse des EU-Parlaments ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung." Besonders problematisch sei das Abhängigkeitsverhältnis:
Die Wirtschaftsprüfer werden von den zu prüfenden Unternehmen bestellt und bezahlt, was ihre Unabhängigkeit beeinträchtigt. ****

Im Vorschlag des EU-Parlaments ist deshalb etwa festgehalten, dass Wirtschaftsprüfer dort, wo sie vorgeschrieben sind, von einem Prüfungsausschuss und nicht vom Vorstand des zu prüfenden Unternehmens beauftragt werden sollen. "Das sorgt für mehr Seriosität und Sauberkeit", so Regner.

Notwendig sind klarere Regeln beim automatischen Rotationsprinzip, "um Gefälligkeitsgutachten zu vermeiden und auch mehr Präzision bei der Arbeit zu erhalten". Bei der externen Rotation muss die Prüfungsgesellschaft nach einer bestimmten Bestelldauer von beispielsweise fünf Jahren gewechselt werden. Aus diesem Grund ist sie weniger motiviert, Gefälligkeitsentscheidungen zu treffen, weil ihr Mandat ohnedies nicht verlängert wird. "EU-Kommissar Barnier hat hier im Plenum des EU-Parlaments meinen Vorschlag einer verpflichtenden Rotation aufgegriffen und ich bin daher zuversichtlich, dass es im Entwurf der Kommission eine entsprechende Berücksichtung gibt. Es handelt sich hier um ein Kernelement von Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit im Prüfungsverfahren", stellt die SPÖ-Europaabgeordnete klar.

Regner, Vizepräsidentin im zuständigen Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments, spricht von einer Win-win-Situation für von Finanzkrisen betroffene Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen. "Erstklassige und qualitative Prüfungen sind ein Vorteil für Gläubiger und Beschäftigte des Unternehmens." Wichtig sei nun aber auch noch, mehr Wettbewerb im Bereich der derzeit vier großen Wirtschaftsprüfer KPMG, PwC, Ernst & Young und Deloitte zu schaffen, damit insbesondere im sensiblen Finanzbereich ähnlich wie bereits bei Ratingagenturen Regelungen geschaffen werden, die für mehr Transparenz sorgen. (Schluss) bj/mp

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