Öffentliche Aufträge nur mehr für Betriebe, die Frauen fördern

Weichsler-Hauer: "Frauen in OÖ haben einen Einkommensnachteil von 28,5 Prozent!"

Linz (OTS) - Der von der SPOÖ initiierte Antrag "Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an innerbetriebliche Gleichstellungspläne" wird am Donnerstag, den 15. September, in einer weiteren Unterausschusssitzung behandelt. "Es geht uns darum, fundierte Informationen über bereits bestehende Modelle zur Frauenförderung zu erhalten, um ein geeignetes Projekt für Oberösterreich erarbeiten zu können", hat die Zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer hohe Erwartungen an die Diskussion der Expertinnen im Unterausschuss Frauen.

Die SPOÖ fordert in ihrem Antrag, dass das Land Oberösterreich Aufträge und Wirtschaftsförderungen nur an Firmen vergibt, die sich zu innerbetrieblichen Gleichstellungsmaßnahmen verpflichten. "Damit sind interne Maßnahmen wie beispielsweise Einkommensgerechtigkeit, Aufstiegschancen für Frauen oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemeint", erklärt Landtagsabgeordnete und Wirtschaftssprecherin des SP-Klubs, Mag.a Gertraud Jahn. Öffentliche Aufträge sollen nur mehr an Unternehmen vergeben werden, die sich nachweislich für Chancengleichheit einsetzen.

Internationale und nationale Vorbilder für das oberösterreichische Projektvorhaben machen es bereits vor: so wird das deutsche "Berliner Modell" seit mehreren Jahren erfolgreich umgesetzt, Vorreiter in Österreich ist das "Wiener Modell", dessen Startschuss im Herbst 2010 fiel. "Wir freuen uns sehr, mit Marianne Rühl-Andresen eine bei der Entwicklung des Berliner Modells federführende Fachfrau als Expertin begrüßen zu dürfen! Außerdem ist es uns auch gelungen, mit Mag.a Jasmine Senk eine Spezialistin von der Johannes Kepler Universität, einzuladen. Sie hat bereits gemeinsam mit der AK Oberösterreich einen Konzeptvorschlag für oberösterreichische Pilotgemeinden und -städte ausgearbeitet.", so Weichsler-Hauer.

Die beiden Vertreterinnen des SPÖ-Klubs im Unterausschuss sind sich einig: "Trotz vieler positiver Veränderungen in den letzten Jahren ist die anhaltende Benachteilung von Frauen am Arbeitsmarkt nach wie vor traurige Gewissheit. Oberösterreich zählt in Österreich zu den Schlusslichtern, was die Einkommensgerechtigkeit betrifft. Unsere Initiative zielt darauf ab, diesem Umstand sinnvoll entgegen zu wirken. Oberösterreich braucht daher dringend ein eigenes Modell zur Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt".

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Tel.: 0732/7720-11313

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