Neues Kulturprojekt "Wienwoche": Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft erweitern urbane Handlungsräume

Werner-Lobo: "Neues, spannungsgeladenes Kulturformat für Wien als Vorbild für transparente Kulturpolitik"

Wien (OTS) - Der Kulturausschuss der Stadt Wien beschließt heute die Förderung eines neuen, öffentlich kostenlos zugänglichen Kulturprojekts namens "Wienwoche". Dieses wird ab 2012 jedes Jahr im Herbst stattfinden und ganzjährig gemeinsam mit Kunst- und Kulturschaffenden und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen Möglichkeiten zur Erweiterung urbaner Handlungsräume für alle StadtbewohnerInnen schaffen.

Das Projekt wird vom "Verein zur Förderung der Stadtbenutzung" getragen. "Wienwoche" besteht aus einzelnen Projekten zu einem jährlich wechselnden Generalthema. "Der Schwerpunkt für die einzelnen Veranstaltungen liegt im Anspruch, die Stadt heraus-zufordern", kündigt die Kuratorin Luisa Ziaja, Obfrau des Vereins, an. "Das Wienwoche-Publikum und die Stadtbevölkerung sollen nicht bedient, sondern überrascht, konfrontiert und einbezogen werden."

Die "Wienwoche" wird an Orten von gesellschaftlicher Relevanz im Zentrum und an der Peripherie Wiens stattfinden. Das können zum Beispiel kulturpolitisch vernachlässigte Gebiete oder Orte mit hohem Konfliktpotenzial sein, um mit Mitteln der ortsspezifischen Kunst unerprobte Perspektiven, bestehende Konfliktlinien oder ungewöhnliche Realitätsmomente erfahrbar zu machen. Die einzelnen Elemente können aus bekannten Kultursparten wie Bildender Kunst, Musik, Theater, Performance stammen, letztlich sind diese Genrezuordnungen aber nicht relevant, weil sich alle Elemente im gemeinsamen Projekt der künstlerischen, sozialen und politischen Horizonterweiterung Wiens bündeln.

"Mit seiner interventionistischen Ausrichtung unterscheidet sich "Wienwoche" von klassischen Veranstaltungsformaten", meint Luisa Ziaja: "Das Ziel ist eine Verschiebung im Selbstverständnis der Stadt und ihrer BewohnerInnen, und nicht BesucherInnenstatistiken."

Die Idee für das neue Kulturprojekt erfolgt auf Initiative der Grünen Wien, die "Wienwoche" von Anfang an unterstützen. "Wir wollen damit neue kulturpolitische Impulse setzen", so der Grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo: "Erstens schaffen wir so etwas wie ein best-practice-Beispiel für eine Kulturpolitik, die Kriterien wie transparente Mittelvergabe und Entscheidungsprozesse, kulturelle Teilhabe sowie Migrant- und Gender Mainstreaming als Standard für öffentliche Kulturförderung festlegt. Zweitens setzen wir mit diesem Projekt ganz bewusst auf kritische Kunst als Impulsgeberin für eine stadtplanerische und gesellschaftspolitische Neudefinition von öffentlichem Raum, die über das reine Veranstaltungsformat hinaus wirksam werden soll. Und last but not least wollen wir damit der freien Szene ebenso wie zivilgesellschaftlichen Initiativen zu mehr Spielraum verhelfen."

Um dies sicherzustellen, haben die Grünen Wien mit dem Verein zur Förderung der Stadtbenutzung, dem die rechtliche und konzeptionelle Verantwortung zukommt, eine Kooperation vereinbart. Mit dieser übernehmen die Grünen die politische Verantwortung dafür, dass die Projektmittel transparent und im Sinne der Projektziele vergeben werden und freien Kulturschaffenden zugute kommen.

Die Auswahl der Programmbestandteile trifft die künstlerische Leitung, die vom "Verein zur Förderung der Stadtbenutzung" nach öffentlicher Ausschreibung bestellt wird, gemeinsam mit dem Vereinsvorstand und einem jährlich wechselnden, unabhängigen Programmbeirat. Die Grünen haben in diesem Beirat kein Stimmrecht, um die inhaltliche Autonomie seiner Entscheidungen zu garantieren. Die Suche nach der selbstständigen Programm- und Produktionsleitung beginnt bereits morgen mit der Veröffentlichung der Ausschreibung (Bewerbungsfrist: 24. Oktober, Infos unter www.wienwoche.org/ausschreibung).

Neben detaillierten budgetären und inhaltlichen Abschlussberichten werden auch laufende Prozesse wie Beiratssitzungen öffentlich zugänglich sein, wodurch die Qualität von Entscheidungen und ihrer Begründung gehoben werden soll.

"Die Wienwoche soll damit nicht nur ein neues, spannungsgeladenes Programm für die Wienerinnen und Wiener werden, sondern auch als Vorbild für eine verantwortungsvolle und transparente Kulturpolitik dienen", so Werner-Lobo abschließend.

Vereinsvorstand:

Luisa Ziaja (Obfrau), Kunsthistorikerin und Kuratorin
Markus Wailand (Obfrau-Stv.), Filmemacher und Journalist
Marissa Lôbo (Schriftführerin, nicht verwandt oder verschwägert mit K. Werner-Lobo), Künstlerin und Aktivistin, Obfrau des Vereins Forum Interkulturalität
Simon Inou (Schriftführerin-Stv.), Journalist, Mitbegründer von afrikanet.info und der Kommunikationskampagne BlackAustria, Leiter von M-Media
Martin Fritz (Kassier), Kurator, Berater und Publizist ("Festival der Regionen" u.a.)
Cornelia Kogoj (Kassier-Stv.), Kuratorin und Generalsekretärin der "Initiative Minderheiten"
Asli Kislal (kooptiert), Schauspielerin und Regisseurin, Leiterin des Theaterprojekts "daskunst"

Kurzbios unter www.wienwoche.org/vorstand

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