Frauenministerin Heinisch-Hosek: "20 Jahre Engagement gegen Diskriminierung"

Die Bundesministerin gratulierte der Gleichbehandlungsanwaltschaft zum 20-jährigen Jubiläum

Wien (OTS) - "Wenn wir an die Anfänge der Gleichbehandlungsanwaltschaft zurückdenken, so war das eine Zeit, in der Frauen sogar der Zugang zu bestimmten Berufen, etwa zur Pilotin, verwehrt war. 20 Jahre später sind die Diskriminierungen zwar nicht mehr so offenkundig, doch diffus vorhanden sind sie nach wie vor", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Montagabend, bei der Feier der Gleichbehandlungsanwaltschaft im Wiener Stadtsaal. "Wir wissen, dass Gleichbehandlung eine Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft ist und wir wissen, dass es bis zur tatsächlichen Gleichstellung noch ein langer Weg, ja ein steiniger Weg sein wird."

"Der Schlüsselfaktor ist die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt. Denn es geht darum, dass Frauen ein wirtschaftlich unabhängiges Leben führen können", so die Frauenministerin. Mit der diesjährigen Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes, das es seit 1979 in Österreich gibt, seien hierfür weitere wichtige Schritte gesetzt worden. "Zum ersten Mal sind nun Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Einkommensberichte zu erstellen. Betriebe müssen sich mit den Lohn-Unterschieden beschäftigen. Und den Betriebsräten und Betriebsrätinnen wird ein starkes Instrument in die Hand gegeben, um mit den Unternehmensleitungen die Gehaltsstrukturen zu analysieren und ungerechtfertigte Unterschiede zu beseitigen." Auch für Stelleninserate gebe es neue Vorschriften, der Kollektivvertragslohn und mögliche Überzahlungen müssen genannt werden, damit auch Frauen die Chance hätten, ihren gerechten Lohn zu fordern.

Gleichzeitig müsse mit der Wirtschaft der Dialog fortgeführt werden, denn nicht alle hielten sich an das neue Gesetz: "Noch fehlen die Sanktionen", bedauerte Heinisch-Hosek. Das werde sich aber nächstes Jahr ändern, denn dann seien bei den Stelleninseraten Strafen in der Höhe von 360 Euro vorgesehen. "Bei uns wird gern ein großes Geheimnis darum gemacht, wer wieviel verdient und Frauen müssen noch immer bis zu 18 Prozent unerklärbaren Gehaltsunterschied hinnehmen. Deshalb müssen wir darüber reden." Keineswegs verhandelbar seien jedoch die Rechte der Frauen: "Frauenrechte sind Menschenrechte, keine Wirtschaftskrise darf als Ausrede dafür herhalten, Frauenrechte auszuhöhlen", machte die Frauenministerin deutlich.

"Gesetzliche Regelungen sind wichtig, aber dazu braucht es Informationen, Beratung und Unterstützung, damit die Betroffenen auch zu ihren Rechten kommen - das sind die wichtigsten Aufgaben der Gleichbehandlungsanwaltschaft", betonte die Ministerin. "Die Gleichbehandlungsanwaltschaft ist von Anfang an stark in Anspruch genommen worden, mit zunehmendem Bekanntheitsgrad sind die Anforderungen immer größer geworden. Die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes im Jahr 2004 bedeutete zudem eine Ausweitung des Zuständigkeitsbereiches. Diskriminierungen auf Grund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung gehören nun auch zum Berufsalltag."

"20 Jahre Gleichbehandlungsanwaltschaft ist eindeutig eine Erfolgsgeschichte. Getragen wird sie von den hoch motivierten, engagierten und bestens qualifizierten Mitarbeiterinnen der Gleichbehandlungsanwaltschaft" sagte Heinisch-Hosek. "Dafür möchte ich mich auch ganz persönlich bedanken. Bedanken und beglückwünschen möchte ich heute ebenso die Pionierin und Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft seit 20 Jahren: Ingrid Nikolay-Leitner. Ihr Beruf ist ihr Berufung."

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