- 10.09.2011, 09:16:50
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Ärztekammer: Schulsport unerlässlich für die Kindergesundheit
Dorner fordert Aufwertung des Schulsports und gesundes Essen an den Schulen
Wien (OTS) - Der Schulbeginn sei die beste Gelegenheit, um die
schon länger bestehenden Forderungen der Ärztekammer nach einer
Aufwertung des Schulsports und nach gesundem Essen an den Schulen zu
wiederholen. "Leider gibt es in diesem Bereich noch immer große
Versäumnisse, und das auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder",
kritisiert Ärztekammerpräsident Walter Dorner. ****
In zahlreichen Studien ist festgestellt worden, wie wichtig die
tägliche Bewegung für die Entwicklung der Schüler ist. "Die Stunden
für den Sportunterricht sind momentan lächerlich wenig. Wie sollen
die Burschen und Mädchen da Lust auf mehr Bewegung bekommen, wenn sie
das weder zu Hause noch in der Schule lernen", betonte der oberste
Ärztevertreter.
Der Gesundheitszustand bei Jugendlichen und Kindern sei nach wie
vor alarmierend. "Kinder und Jugendliche sind heute viel
krankheitsanfälliger als früher." Hinzu kommt, dass 14 Prozent der
Kinder in der EU übergewichtig oder fettleibig sind - Tendenz
steigend. Die größten Zuwachsraten mussten laut OECD unter anderem in
Österreich verzeichnet werden. 30 Prozent der Wiener Kinder können
nicht mehr rückwärtsgehen, 60 Prozent sind nicht mehr in der Lage,
auf einem Bein zu hüpfen. "Anhand dieser Zahlen müssen bei den
Verantwortlichen die Alarmglocken läuten. Es ist Zeit, Initiativen zu
setzen", appelliert Dorner an die (schul-)politisch Verantwortlichen.
Für den Ärztekammerchef ist dabei ein wesentliches erstes Ziel die
rasche Umsetzung der Ganztagsschule mit verpflichtender Gesundheits-
und Ernährungslehre sowie eine Verdoppelung der Turnstunden bei
verstärktem Mobilitätstraining: "Den Schülern muss augenscheinlich
wieder der Spaß an der Bewegung gelernt werden."
Kranke Kinder werden kranke Erwachsene
Aber nicht nur der Mangel an Bewegung macht aus kranken Kindern
kranke Erwachsene, sondern auch die schlechte Ernährung und die
mangelnde Prävention. In Österreich rauchen 24 Prozent der Burschen
und 30 Prozent der Mädchen (OECD-Durchschnitt: 16 beziehungsweise 17
Prozent). 41 Prozent der männlichen und 36 Prozent der weiblichen
Jugendlichen über 15 Jahre trinken regelmäßig Alkohol (OECD-Schnitt:
33 beziehungsweise 29 Prozent).
In fast allen EU-Ländern ist der tägliche Obstkonsum bei
Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren gesunken. "Die Schule
ist einfach der Ort, wo auch Gesundheit Thema sein sollte, sei es
durch ein gesundes Angebot beim Schulbuffet, ausreichende Bewegung im
Sportunterricht oder durch Unterricht, der Prävention zum Thema
macht", ist der Ärztekammerpräsident überzeugt.
Das Thema Gesundheit dürfe im Unterricht jedenfalls nicht
stiefmütterlich behandelt werden. Denn: "Was jetzt in konsequente
Vorsorge und Aufklärung investiert wird, ersparen wir uns in 20 oder
30 Jahren an akuten Behandlungskosten oder Kosten für chronische
Erkrankungen und Arbeitsausfälle", betonte Dorner. (kmc)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:hpp@aekwien.at
http://www.aekwien.at
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